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21. März 2017

Bürger wollen weiter für Lärmschutz kämpfen

Johannes Baumgärtner bleibt an der Spitze der Initiative Igel / Einwendungsfrist für Bahnausbau zwischen Riegel und March läuft.

  1. Hanspeter Bätzler, Klaus Gumpp, Gerlinde Schrempp, Johannes Baumgärtner, Ulrich Greschkowitz und Michael Keussen (von links) führen die Bürgerinitiative Igel für Lärmschutz an. Foto: Mario Schöneberg

UMKIRCH. Noch bis 27. März haben Anwohner Zeit, ihre Einwendungen zur Planung des Rheintalbahnausbaus einzureichen. Darauf machte der in der Hauptversammlung einstimmig wiedergewählte Vorsitzende der Bürgerinitiative Igel, Johannes Baumgärtner, aufmerksam.

Rund 40 Mitglieder und Gäste waren zur Versammlung am Freitag in den Umkircher Bürgersaal gekommen. Obwohl sich die Bürgerinitiative für den Lärmschutz an der Bahnstrecke im Bereich von Riegel bis Mengen einsetzt, waren aus den betroffenen Gemeinden und Ortschaften einzig Marchs Bürgermeister Helmut Mursa und Umkirchs Bürgermeisterstellvertreter Tom Hirzle anwesend. Beide betonten die Wichtigkeit der engagierten Arbeit der BI. "Igel vertritt fundamentale Interessen der Gemeinde Umkirch", meinte Hirzle. Mursa hingegen rief die Anwohner auf, sich zu informieren, selbst aktiv zu werden und Eingaben zu schreiben. "Es ist das Ziel und der Verdienst von Igel, dass der unvermeidliche Ausbau der Rheintalbahn so verträglich wie möglich wird".

"Wir von Igel arbeiten seit 13 Jahre fast ohne Pause dafür, dass auch unsere Kinder und Enkel eine lebenswerte Heimat haben", betonte der Vorsitzende in seinem Rechenschaftsbericht. Bis vor kurzen seien die neuen Pläne für den Bereich von Riegel bis March-Holzhausen offen gelegen, die eigentlich schon 2013 erwartet worden waren, erläuterte Baumgärtner. In der Zwischenzeit habe man nur Teilpläne für den folgenden Abschnitt von March bis Mengen einsehen können, von den vielfältigen Umplanungen des vorhergehenden Abschnitts habe man aber im Vorfeld nichts erfahren. Und das, so Baumgärtner, obwohl es reichlich Abstimmungsbedarf gegeben hätte. "Erschreckend" findet es Baumgärtner, dass nun im Bereich Holzhausen große Teile der ursprünglich vorgesehenen Lärmschutzgalerie wieder aus den Plänen gestrichen wurden. Auch beim Folgeabschnitt rechnet er damit, dass schon zugesagte Lärmschutzeinrichtungen wieder wegfallen. "Die Bahn fährt denselben Stiefel wie bisher – ohne Rücksicht auf die Bürger." Das viel gelobte Ergebnis im Projektbeirat sei wohl doch nur das Papier wert, auf dem es stehe. Es gelte, weiter wachsam zu bleiben, betonte der Vorsitzende. Und man brauche den Rückhalt der derzeit mehr als 3500 Mitglieder, denn es sei noch viel harte Arbeit nötig. Man wolle von dem schon vereinbarten Lärmschutz nicht abrücken.

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Weiterhin kritisierte Baumgärtner das Schönrechnen des Lärms sowie die oft auf Schätzungen beruhenden Planungen der Bahn. Und er forderte auch für Bestandsstrecken eine Lärmsanierungspflicht.

Die Vorstandsmitglieder der BI hätten derzeit sehr viele Termine, auch auf politischer Ebene, erläuterte die neue Vizevorsitzende und Freiburger Stadträtin Gerlinde Schrempp. Leider käme davon bei Bürgern und Mitgliedern nicht viel an. "Auch wenn wir nicht mit allem zufrieden sein können, haben wir doch auch sehr viel erreicht." Ein besonderer Erfolg sei der bundesweite Wegfall des Bahnbonus beim Lärmschutz. Schrempp erinnerte zudem daran, dass derzeit rund die Hälfte des Güterverkehrs auf der Rheintalstrecke von ausländischen Bahnen gefahren werde, daher sei ein guter Lärmschutz auch dann noch nötig, wenn die Deutsche Bahn ihren Fuhrpark, wie zugesagt, modernisiere. Schließlich werde die Rheinstrecke die Europäische Transversale im Güterverkehr. Wie nötig es sei, dranzubleiben und die Planungen kritisch zu hinterfragen, erläuterte Klaus Gumpp. So seien die Planungen trotz des feierlichen Beschlusses im Projektbeirat im März 2012 bislang mehr als zehn Mal verändert worden. Allein ein Emissionsmesspunkt südlich von Holzhausen habe seine Lage dabei dreimal verändert, was immer wieder zu anderen Ergebnissen geführt habe. Zudem kritisierte Gumpp die manchen Planungen zugrundeliegenden Schätzungen. Letztlich wolle man den Bahnausbau nicht verhindern, lasse sich aber auch nicht auf der Nase herumtanzen und werde weiter für den Lärmschutz kämpfen.

Wahlen: Vorsitzender: Johannes Baumgärtner, Vizevorsitzende: Gerlinde Schrempp (bisher Klaus Gumpp), Vorstandsmitglieder: Klaus Gumpp und Ulrich Greschkowitz, Kassierer: Hanspeter Bätzler (bisher Petra Ries), Schriftführer: Michael Keussen.

Autor: Mario Schöneberg