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12. Juli 2011

Die Kuckucksuhr – weniger eine Uhr als ein Stück Heimat

Verein ließ Ausstellungsbesucher die "Kuckucksuhr des Jahres" küren / Auf Platz eins kam die Schwarzwald-Bäckerei-Uhr aus Triberg.

  1. Fans der Schwarzwalduhr (von links): Christian Schwarz von der Firma Hönes (Platz 3), Ingolf Haas, Vorsitzender des Schwarzwalduhr-Vereins, Reinhard Herr von der Firma Hubert Herr (1. und 2. Platz) und Erich Greil von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau Foto: Paulina Grimm

  2. Die Siegeruhr mit dem Bäcker Foto: Paulina Grimm

FREIBURG/LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Typische Symbole für den Schwarzwald gibt es einige: Der Bollenhut, der Schwarzwälder Schinken und die Kirschtorte, unser Kirschwasser – und natürlich die Kuckucksuhr. Ingolf Haas, Vorsitzender im "Verein – die Schwarzwalduhr", sagt, sie sei sogar das bekannteste deutsche Produkt im Ausland. Bei der Finissage der Ausstellung "Der Schwarzwald und die Kuckucksuhr – eine Region mit Tradition und Innovation" in der Sparkasse Freiburg stellte er kürzlich die Schwarzwalduhr des Jahres 2011 vor. Gewonnen hat die Firma Hubert Herr aus Triberg mit der "Schwarzwald-Bäckerei-Uhr".

2006 wurde die Meckelhalle im Sparkassen-Finanzzentrum in der Freiburger Altstadt wiedereröffnet und steht seitdem für verschiedene Ausstellungen zur Verfügung. Erich Greil, Vorstandsmitglied der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, freute sich nicht nur über die hohe Besucherzahl bei der Finissage und Preisverleihung: "Selten war eine Ausstellung von einer solchen Resonanz begleitet. Die Uhren kamen bei den Gästen sehr gut an." Auch die Freiburger Stadträtin Renate Buchen gratulierte zu der gelungenen Veranstaltung. Als sie während ihrer kurzen Rede immer wieder durch Kuckucksrufe unterbrochen wurde, lachte sie. Es gefalle ihr, dass die Exponate so nette Töne von sich gäben – das habe sie bei einer Ausstellung noch nie erlebt.

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Organisiert wurde die Ausstellung vom 1987 gegründeten "Verein – die Schwarzwalduhr". Der Verein fungiert als Dachorganisation, in der Hersteller, Zulieferer, Händler und Sammler von Schwarzwalduhren vertreten sind. Außerdem hat er ein Originalitätszertifikat entwickelt, mit dem nur Schwarzwalduhren, die wirklich aus dem Schwarzwald kommen, ausgezeichnet werden.

Jedes Jahr führt der Verein die Wahl zur "Schwarzwalduhr des Jahres" durch. Seit Beginn der Ausstellung im April konnten Besucher in der Meckel-Halle mithilfe eines Wahlzettels ihre persönlichen Favoriten aus 15 ausgestellten Uhren benennen. Außerdem konnten auch die acht originalen, teilweise sehr originellen Kuckucksuhren, die im vergangenen Jahr beim Freiburger Auftritt auf der Expo in Shanghai zu sehen waren, begutachtet werden.

"Man braucht eine Kuckucksuhr heute nicht mehr unbedingt als Uhr, sondern als ein Stück Heimat – oder als Spielzeug für Erwachsene", sagte Ingolf Haas gut gelaunt. Dann ging er zur Preisverleihung über. Insgesamt wurden 1200 Stimmen abgegeben. Den dritten Platz machte die geschnitzte Standuhr der Firma Hönes aus Titisee-Neustadt. Zweiter und erster Platz gingen beide an die Firma Hubert Herr aus Triberg. Vizesiegerin wurde die "Baumrinden-Kuckucksuhr", die aus massiven Teilen eines Baumstamms mit seiner natürlich gewachsenen Rinde hergestellt wurde.

Schwarzwalduhr des Jahres ist die "Schwarzwald-Bäckerei-Uhr" mit dem Schindeldach. Sie zeigt eine traditionelle Szene rund um einen Bauernhof. Zur halben und zur vollen Stunde ertönt ein Kuckucksruf, Tanzfiguren drehen sich auf dem Balkon, der Bäcker schiebt das Brot in den Schwarzwaldofen, das Wasserrad läuft und auch das Mahlwerk mit dem Mühlstein dreht sich.

Das Unternehmen bestehe schon in der fünften Generation, sagte Reinhard Herr stolz. Sie seien Hersteller von Grund auf, sowohl Uhrwerk als auch Gehäuse würden in der eigenen Firma gefertigt. Er verwies auf viele liebevolle Details wie die handgeschnitzten Holzzeiger, die man leicht übersehen könnte.

Die Schwarzwald Tourismus GmbH unterstützte die Ausstellung. Geschäftsführer Christopher Krull betonte, wie wichtig der Tourismus als Wirtschaftsfaktor für den Schwarzwald sei und freute sich über die Popularität der Kuckucksuhren. Enya Haas, Jungpianist und Sohn von Ingolf Haas, spielte zur Freude der Besucher zwischen den Reden und im Anschluss an die Preisverleihung einige Stücke auf dem Flügel – und ließ sich nicht von den sich gelegentlich wiederholenden Kuckucksrufen und dem "Tick Tack" der Uhren aus dem Takt bringen.

Autor: Paulina Grimm