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21. Oktober 2010

Ein vierfacher Pfiff gegen die weitere Zersiedlung

Land, Stadt und Kreis wollen behutsamer mit den Freiflächen in der Region umgehen / Regierungspräsident findet deutliche Worte.

FREIBURG (BZ). Regierungspräsident Julian Würtenberger, Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon, mehrere Bürgermeister und weitere Repräsentanten der Region fanden sich jüngst im Regierungspräsidium Freiburg zur Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts "Praktiziertes Flächenmanagement in der Region (PFIF)" zusammen. Dessen Ziel ist, mit den Kommunen der Region Freiburg die Flächeninanspruchnahme zu senken und damit der Zersiedlung entgegen zu wirken. "Ich begrüße es, dass sich die Städte und Gemeinden bereits seit Jahren intensiv mit nachhaltigem Flächenmanagement auseinandersetzen, denn wir sind verantwortlich für einen schonenden, verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Fläche", betonte der Regierungspräsident.

Das Projekt PFIF wird vom Öko-Institut, der Stadt Freiburg, der Hochschule Nürtingen-Geislingen und einem Planungsbüro durchgeführt und aus Landesumweltmitteln gefördert. Es besteht aus vier Bereichen: Die Webseite http://www.baulueckenboerse.de macht Zu- und Umzugswillige bei der Grundstückssuche gezielt auf Innenbereichsgrundstücke aufmerksam und unterstützt Kommunen bei der Entwicklung kompakter Siedlungsstrukturen. Denn wer Baulücken im Siedlungsbestand nutzt, kann auf die bereits vorhandene Infrastruktur (Straßen, Ver- und Entsorgung, Telekommunikation) zurück greifen. Das ist wirtschaftlicher und schont gleichzeitig wertvolle Freiflächen.

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Webseite führt Bauwillige gezielt auf Grundstücke im Innenbereich

Ferner wurde ein Dialog mit den Anbietern und Nachfragern gewerblicher Baugrundstücke und den Kommunen als Planungsträgern initiiert. Dabei kann ausgelotet werden, wie künftig Ansprüche an Gewerbeflächen und die dafür notwendige städtebauliche Planung gemeinsam zu gestalten und umzusetzen sind.

Den dritten PFIF-Baustein bilden Gespräche über einen Wohnbauflächenpool. Dahinter steckt die Idee, über die Einführung eines gemeindeübergreifenden Pools von Wohnbauflächen zu einer gemeinsamen Vermarktung bei gleichzeitigem Risikoausgleich zu kommen. Dabei wurden Standards für die Entwicklung von Siedlungsflächen erarbeitet. Sie helfen den Kommunen, nach einheitlichen Maßstäben innerörtliche Bestandsflächen und den Bauflächenbedarf zu ermitteln. Ein praktischer Qualitäts-Check für die Beurteilung potenzieller Außenentwicklungsflächen steht zur Verfügung.

Besonders hervorheben wollte Würtenberger die neu gegründete "Allianz für nachhaltiges Flächenmanagement". In diesem freiwilligen Bündnis erklären sich bislang 13 Städte und Gemeinden der Region bereit, die genannten Standards der Siedlungsflächenentwicklung bei ihrer Bauleitplanung anzuwenden. Sie wird unterstützt durch die Landratsämter Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen und steht unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidiums.

"Nicht jeder Gewerbebetrieb muss eingeschossig in die Fläche bauen"

Julian Würtenberger betonte, dass das Flächensparen auch in Zukunft zielstrebig weiter verfolgt werde und wies auch auf die Notwendigkeit flächensparender Ausführungen im Gewerbebau hin: "Nicht jeder Gewerbe- und Einzelhandelsbetrieb muss eingeschossig in die Flächen bauen. Es gibt in Gestaltung und reduziertem Flächenverbrauch beispielhafte Gewerbebauten und Einkaufszentren. Hierzu müssen wir jetzt flächensparende, qualitätsvolle und finanziell tragfähige Konzepte entwickeln und unterstützen."

Autor: bz