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09. Dezember 2010

Entsorgungskonzept für die Zukunft

Seit 6 Jahren wird in der Trea Breisgau aus Abfall Energie: Jetzt wurde bereits die millionste Tonne Müll verbrannt.

  1. Sie haben Abfallentsorgung und Energiegewinnung im Griff (von links): Helmut Unseld, Jürgen Ephan, Dorothea Störr-Ritter, Bernd Fremgen, Holger Heinig, Markus Riesterer und Hermann Lemansky Foto: Ingeborg Grziwa

  2. So wird aus Abfall Strom: Müllfeuer Foto: Franz Dannecker

  3. Eine Million Tonnen Abfall wurden hier schon verbrannt: Blick in den Müllbunker Foto: Grziwa, Dannecker (2)

ESCHBACH. "Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald kann stolz sein auf ein unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten durchdachtes regionales Abfallentsorgungskonzept, für das er Vorreiter ist". Landrätin Dorothea Störr-Ritter sparte nicht mit Eigenlob, als jetzt in der Müllverbrennungsanlage im Gewerbepark Breisgau die millionste Tonne Abfall in den Ofen gehoben wurde .

Im November 2004 war in der "Trea" Breisgau im Gewerbepark, wie die Verbrennungsanlage offiziell heißt, erstmals Müll verbrannt und im März 2005 dann der Regelbetrieb aufgenommen worden. Trea bedeutet "Thermische Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage". Anlässlich der besonderen statistischen Marke trafen sich Ländrätin Dorothea Störr-Ritter, Helmut Unseld, ihr Stellvertreter und erster Landesbeamer, Bernd Fremgen, Geschäftsführer der Gesellschaft Abfallwirtschaft Breisgau-Hochschwarzwald (GAB), Markus Riesterer, Direktor des Zweckverbandes Gewerbepark Breisgau, Betriebsleiter Holger Heinig, Hermann Lemanski, Geschäftsführer der Firma E-ON Energy from Waste Saarbrücken GmbH, der Betreiberin der Verbrennungsanlage, und Jürgen Ephan, Geschäftsführer der Müllentsorgungsfirma SITA Süd GmbH, um gemeinsam ein Müllfahrzeug zu empfangen, das symbolisch die millionste Tonne Abfall auf die Waage brachte. "Mit dem Verbrennen dieser millionsten Tonne Abfall ist der Startschuss für eine gute Zukunft gefallen, für die wir gerüstet sind", so Störr-Ritter. Schließlich bestehe das Erfolgsmodell nicht allein aus der Müllentsorgung, sondern aus einen Kreislauf aus Müllverwertung, Stromerzeugung, Fernwärmenutzung, Schlackeverwertung und Bahntransport. "Wir haben die Energiegewinnung voll im Griff", sagte Störr-Ritter.

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Als "guten Tag für die GAB" bezeichnete Bernd Fremgen das Ereignis und unterstrich die hohen Anforderungen, die an die thermische Restmüllentsorgung gestellt werden. Zum Bau und Betrieb der Anlage habe man einen Profi gesucht und mit der damaligen Firma Sotec und dem heutigen E-ON-Konzern auch gefunden, denn der Betrieb der Trea verlaufe seit über sechs Jahren ohne wesentliche Störungen, so Fremgen. Besonders stolz sei er darauf, dass es gelungen sei, das ambitionierte Bahnlogistikkonzept mit täglichen Zügen von Rastatt, Herbolzheim und Freiburg zum Gewerbepark Breisgau umzusetzen. Somit würden zwei Drittel der Abfälle und der Schlacke per Bahn transportiert.

Alles verlaufe bis heute weitgehend störungsfrei, sagte auch Betriebsleiter Holger Heinig. Die Anlage verdiene durchaus den Namen "Energieerzeugungsanlage". Die jährlich produzierten 100 000 Megawattstunden Strom würden ausreichen, um 25 000 Haushalte zu versorgen. Da der Abfall weitgehend neutral verbrenne, sei das "gelebter Klimaschutz", so Heinig. Jürgen Ephan und Hermann Lemanski unterstrichen die Leistungsfähigkeit der Anlage. Mit dem technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Konzept der Trea Breisgau werde man noch viele "millionste Tonnen" feiern können.

Autor: Ingeborg Grziwa