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09. August 2015 22:08 Uhr

Zastlertal

Großaufgebot sucht Vermissten am Feldberg – bislang vergebens

Rund 100 Helfer, zwei Polizeihubschrauber, Suchhunde, spezielle Technik zur Ortung von Handys: Der Aufwand, mit dem im Feldberggebiet nach einem 74-Jährigen gesucht wird, ist enorm.

  1. Der Vermisste Georg Wolf Foto: Polizei

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften sucht seit Freitagabend den 74-jährigen Georg Wolf. Der Vermisste war im Zastlergebiet unterwegs. Bislang fehlt jede Spur von dem Mann aus Schallstadt. Gegen 17.45 Uhr wurde am Sonntag die Suche erneut ergebnislos abgebrochen. Zeitweise waren bis zu 100 Helfer gleichzeitig auf der Suche. Auch der Einsatz zweier Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und spezieller Technik zur Ortung von Handys brachte kein Ergebnis.

Nach Angaben der Polizei war der Mann am Freitag gegen 6.30 Uhr mit seinem Auto ins Zastlertal zum Beerenpflücken gefahren. Auf einem Wanderparkplatz stellte er sein Fahrzeug ab, das Suchkräfte später fanden.

Polizei hofft auf Hinweise

Am Freitagabend ging die Vermisstenanzeige ein. Seitdem suchen Bergwacht, Feuerwehr, Polizei und eine Rettungshundestaffel des DRK nach dem 74-Jährigen. Die Suche blieb bislang ohne Erfolg.

Der Vermisste wird wie folgt beschrieben: 160 bis 165 Zentimeter groß, graue Haare. Er trägt eine kurze grüne Hose und ein gelb-grün kariertes Hemd. Er führte beim Verlassen des Hauses einen lila-farbenen Wanderrucksack mit sich. Wer Hinweise über den Verbleib von Georg Wolf geben kann, wird gebeten, sich beim Polizeipräsidium Freiburg unter Tel. 0761/882-5777 zu melden.

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Einsatzbeginn für die Suche war gegen 21 Uhr am Freitag. Diese wurde nach rund 21 Stunden am Samstag gegen 18 Uhr zunächst ergebnislos beendet, wie David Vaulont, Pressesprecher der Bergwacht Schwarzwald, mitteilt. In der Spitze waren 100 Einsatzkräfte unterwegs, davon 60 Bergretter der Abteilungen Freiburg, Hinterzarten, Altglashütten, Bernau, Höchenschwand, Todtnau, Todtnauberg, Muggenbrunn, Münstertal, Sulzburg und Istein.

Rettungshundestaffel im Einsatz

Beteiligt waren außerdem zehn Mitglieder der DRK-Rettungshundestaffel sowie 30 Mitglieder der Feuerwehren Oberried und Hinterzarten. Im teils steilen und unwegsamen Gelände des nördlichen Feldbergs gestaltete sich die Suche sehr schwierig, erklärt Vaulont.

Nach der Alarmierung am Freitag gegen 21 Uhr suchte die Bergwacht mit Hilfe der Rettungshundestaffel und der Feuerwehr die ganze Nacht die Wege in dem Gebiet des nördlichen Feldbergs ab. Aufgrund der Dunkelheit war ein Verlassen der Wege zu gefährlich. Eine Handyortung ergab, dass sich das Handy des Vermissten in der dortigen Funkzelle befindet. Diese ist jedoch mehrere Kilometer groß, sodass dies keinen konkreten Hinweis auf dessen Aufenthaltsort gibt, teilt Vaulont weiter mit. Bei Anbruch des Tages wurde am Samstag gegen halb sechs Uhr die Suche ausgeweitet.

Weitere Einsätze für die Bergwacht

In der Nacht zum Sonntag rückten zwischen 0 und 3 Uhr Mitglieder der Bergwacht-Ortsgruppen Hinterzarten und Freiburg erneut aus, nachdem zwei Mountainbiker unabhängig voneinander Geräusche im Suchgebiet gehört hatten. Aber auch diese Suche blieb schlussendlich ergebnislos. Gestern Mittag wurde die Suche mit einer kleineren Mannschaft mit 20 bis 30 Bergrettern fortgesetzt. Anhaltspunkt war hierbei eine Route, die eine Angehörige des Vermissten angegeben hatte, auf der er wiederholt unterwegs war. Für die Suche in dem steilen Gelände rechnete Vaulont zwischen drei und fünf Stunden ein.

Generell war das Wochenende sehr einsatzintensiv für die Bergwacht Schwarzwald. Am Samstagnachmittag wurde der Einsatzleitwagen, der am Rinken den Sucheinsatz nach dem 74-Jährigen leitete, nach Neustadt alarmiert, um beim Holi-Festival auszuhelfen. Der Sucheinsatz lief weiter und wurde anderweitig koordiniert. In Waldkirch gab es zwei weitere Einsätze. Ein Gleitschirmflieger musste am Freitag im Fluggebiet Gschasikopf bei Oberprechtal aus einer 35 Meter hohen Douglasie gerettet werden. Ebenfalls im Oberprechtal war am Samstag auf dem Zweitälersteig am Huberfelsen eine Wanderin beim steilen Abstieg gestürzt und hatte sich am Fuß verletzt. Freiburger Bergretter wurden außerdem am Samstag zu einem verletzten Mountainbiker am Rosskopf und zu einer Personenrettung vom Münster alarmiert.

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Autor: Joachim Frommherz