"Kreativität einfach mal rauslassen"

Katrin Dorfs

Von Katrin Dorfs

Di, 10. April 2018

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

16 Jugendliche gestalten den Mädchenkalender 2018 unter dem Motto "Zu Hause".

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Musik tönt aus den Räumen des Wissenschaftlichen Instituts des Jugendhilfswerks Freiburg. Mädchen sitzen an Computern, schreiben Artikel und wuseln durch die Räume. Hier trifft sich die temporäre Redaktion des Mädchenkalenders. Sie besteht aus 16 Elf- bis 16-Jährigen, die den Kalender dieses Jahr unter dem Motto "Zu Hause" mit Interviews, Artikeln und Tipps füllen.

"Wir haben uns ein Thema überlegt, das man auf unterschiedliche Weise auslegen kann", erklärt Melanie Pfeifer, die mit ihrer Kollegin Anke Halbritter den Workshop leitet. Und das haben die Mädchen in den vergangenen Tagen auch getan. Einige Mädchen haben Menschen auf der Straße befragt, was für sie zu Hause ausmacht und wo sie sich zu Hause fühlen. Andere haben sich mit dem Thema "zu Hause im eigenen Körper" beschäftigt und dazu ein Interview mit Stevie Schmiedel von "Pinkstinks" geführt. Dieser Protestorganisation ist es wichtig, Geschlechterklischees aufzubrechen – wie auch dem Mädchenkalender. Die Mädchen sprachen mit Schmiedel über das Frauenbild, das in der Werbung und Formaten wie "Germany’s next Topmodel" vermittelt wird. Außerdem haben die Mädchen eine Top Drei der lächerlichsten Musikvideos, in denen die Rollenklischees besonders auffallen, zusammengestellt. Wie jedes Jahr sind auch fiktive Tagebucheinträge mit dabei – natürlich passend zum Thema zu Hause. Der dritte Winkel, aus dem die Mädchen das Thema betrachten, ist "zu Hause im Netz".

Sofia Flotho ist zum vierten Mal dabei. Die 15-Jährige mag es, in der entspannten Atmosphäre zu schreiben. "Man kann seine ganze Kreativität einfach mal rauslassen." Die Mädchen finden es toll, neue Leute kennenzulernen, die sie dann beim Kalenderfest im September wiedersehen.
Zum ersten Mal gestalten die Mädchen in diesem Jahr auch eine Seite für den "Kerlenda", das Kalenderpendant für Jungs. "Etwas in die Richtung ,Was wir immer schon loswerden wollten’", meint Anke Halbritter. Und auch die Jungs gestalten eine Seite im "MÄK", dem Mädchenkalender.

Mit einer Auflage von 4000 Exemplaren versorgt das Wissenschaftliche Institut des Jugendhilfswerks Freiburg kostenlos verschiedene Schulen, besonders für die sechsten Klassen sei der Mädchenkalender konzipiert. Finanziert wird er auch in der diesjährigen 23. Auflage vom Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, der Stadt Freiburg, dem Land Baden-Württemberg und der Sparkassenstiftung.