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06. Januar 2017 18:05 Uhr

Ausbau bis Breisach

Naturschützer: B 31 West darf nicht gebaut werden

Lebensraum zahlreicher Tiere in Gefahr: Der Landesnaturschutzverband spricht von einem "ökologischen Kahlschlag". Das Regierungspräsidium Freiburg sieht kein K.O.-Kriterium.

  1. Symbol für das Hin- und Her bei der B31 West: die Brücke am Ausbauende der Straße bei Gottenheim Foto: Privat

Im Dezember wurden im Regierungspräsidium (RP) Untersuchungen zum möglichen Einfluss der B 31 West auf die Tierwelt vorgestellt. Bei dem nichtöffentlichen Termin stellten Fachleute ihre Erkenntnisse vor. Dabei ging es etwa um Gutachten zu Vögeln, den Einfluss auf Fledermäuse und Wildkatzen, Frösche, Schlangen oder Insekten.

Über die B 31 West wird schon lange gestritten. Die Straße soll von Freiburg bis nach Breisach führen. Die Planung für den zweiten Teil von Gottenheim nach Breisach war 2011 von der damaligen grün-roten Landesregierung gestoppt worden. 2015 wurde die Planung wieder aufgenommen. Deshalb müssen einige Gutachten erneuert werden. Die Straße steht im neuen Bundesverkehrswegeplan im sogenannten vordringlichen Bedarf und damit in der höchsten Kategorie.

"Für die Tierwelt wäre der Bau der Straße eine Katastrophe", wird Ekkhard Köllner vom Landesnaturschutzverband (LNV) nach dem Treffen in einer Pressemitteilung zitiert. Der LNV sagt, die Gutachter hätten übereinstimmend die besondere Vielfalt der Natur im Kaiserstuhlvorland hervorgehoben. Hunderte Tierarten würden bei dem Bau beeinträchtigt. Darunter, so der LNV, allein 60 Vogel- und 14 Fledermausarten. Außerdem verlaufe die Trasse über einen wichtigen Wildwanderweg. Deshalb bräuchte es Schutzeinrichtungen wie kilometerlange Zäune oder Untertunnelungen.

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Hinzu kämen teure Ausgleichsmaßnahmen, die die Kosten in die Höhe trieben und landwirtschaftliche Fläche verbrauchen würden. "Eine solche Straße kann niemand wollen", so Köllner. "Das Regierungspräsidium sollte angesichts der Untersuchungsergebnisse anerkennen, dass die Straßenplanung nicht umsetzbar sein wird."

Über die Straße wird schon lange diskutiert

Das Regierungspräsidium kommt zu einer anderen Einschätzung des Termins mit den Gutachtern. "Die Interpretation des LNV, dass angesichts der Untersuchungsergebnisse eine Straßenplanung nicht umsetzbar sein werde, teilen wir nicht", heißt es aus dem RP auf Anfrage der BZ. Für eine abschließende Aussage sei es momentan jedoch noch zu früh. Die Gutachten wurden in Auftrag gegeben, um die notwendigen Daten für das Planungsverfahren zu erheben.

Ende Januar findet ein weiterer Termin in RP statt

Diese Grundlagen würden jetzt vorliegen und müssten geprüft werden. Das werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Dass es Ausgleichsmaßnahmen brauche, bestreitet das RP nicht. "Selbstverständlich sind durch die sensible Situation umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen notwendig, die die Eingriffe in den Naturhaushalt verträglich gestalten und so weit wie möglich ausgleichen werden", heißt es aus dem RP. Der Satz stammt aus einer E-Mail an den Landtagsabgeordneten Patrick Rapp (CDU), der sich nach der Mitteilung des LNV bei der Behörde erkundigte.



Ende Januar soll ein weiterer Termin im RP zur B31 West stattfinden. Dann sind Abgeordnete, Bürgermeister und Vertreter von Bürgerinitiativen eingeladen. Anfang Februar sollen dazu Informationen öffentlich werden.

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Autor: Sebastian Wolfrum