Verein Trans Rhin Rail setzt sich weiterhin für Zugstrecke Freiburg-Colmar ein

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Di, 20. Dezember 2016

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Zwischen Freiburg und Colmar sollen wieder Züge fahren. An diesem Ziel hält der deutsch-französische Verein Trans Rhin Rail (TRR) weiterhin fest.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Am Mittwochabend informierte Hannes Linck, stellvertretender Vereinsvorsitzender und zugleich Geschäftsführer des Verkehrsclubs Deutschland, Bereich südlicher Oberrhein, knapp 30 Zuhörer in Räumen der Freiburger Volkshochschule über den aktuellen Stand der Dinge und über die Zukunftschancen der Strecke.

Für den stellvertretenden Vorsitzenden des TTR sind das Land Baden-Württemberg und die Region Grand Est für das weitere Vorgehen entscheidend. "Wenn sich die Region nicht dafür starkmacht, passiert nichts", sagte Linck. Vom Landtag empfing der Verein zumindest ein Schreiben, dass man das Vorhaben weiter unterstütze, berichtete er. "Es ist kein dünnes Brett, das wir bohren müssen", betonte Linck gegenüber der BZ. Das Interesse in Breisach und im Gemeindeverband Pays de Brisach sei vorhanden, in Freiburg und Colmar stoße das Projekt auf geringere Resonanz. Zudem ziehe die Region Grand Est eine Verbindung der Städte mit Schnellbussen vor. Linck beurteilte diese Variante aber als "wenig attraktiv". Für ihn wäre nur direkte Busverbindung zwischen Freiburg und Colmar sinnvoll.

Von 1878 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fuhren Züge auf dieser Strecke. Beim Rückzug zerstörten deutsche Truppen die Brücke über den Rhein in Breisach. Wer heute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Colmar möchte, muss in Breisach von der Breisgau-S-Bahn auf den Bus umsteigen. 2004 gab eine Studie der Wiedereröffnung der Linie nur geringe Chancen. Die Wirtschaftlichkeit wurde in Frage gestellt. Auch auf TTR-Initiative wurden die Zahlen der Studie neu berechnet. Schon ab 1500 Fahrgästen am Tag könnte sich demnach im günstigsten Fall die Strecke wirtschaftlich lohnen.

Linck erläuterte, dass der Verkehrsexperte Ulrich Grosse sogar mit 3000 täglich rechne. Diese Nachberechnung müsse man verifizieren "durch gründliche Untersuchungen der Fahrgastzahlen", forderte Linck. TRR schlägt vor, die bestehende Straßenbrücke zu nutzen und dort eine Schienenspur zu verlegen. "Das ist der günstigste Fall", erläuterte Linck. Für 36 Millionen Euro könnte diese Variante umgesetzt werden, das habe die Nachberechnung ergeben, sagte er. Wichtig sei unter anderem, dass eine mögliche Strecke preiswert und schnell sei. Mit der Variante des TRR soll man in 45 Minuten von Freiburg in Colmar sein. Die Fahrzeit wäre damit, laut Linck, mit der eines Autos vergleichbar. "Der Preis ist immer ein wenig problematisch", gab er jedoch zu. Dies gelte generell beim grenzüberschreitenden Verkehr.

Das Publikum diskutierte, ob lokale Politikgrößen das Vorhaben vorantreiben könnten. Hierbei fiel der Name des Landtagsabgeordneten Reinhold Pix (Grüne), der in Ihringen wohnt. Linck gab an, dass dieser auch Vereinsmitglied sei. Bisher sei aber sein Bild nicht mal auf der Website bei den Unterstützern sichtbar. Andere wie der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler (SPD) und der CDU Landtagsabgeordnete Patrick Rapp fänden sich auf der Seite als Unterstützer. "Auf die Barrikaden geht für uns bislang keiner", sagte Hannes Linck gegenüber der BZ.

TRR möchte aber weiterhin für die Einrichtung der Strecke kämpfen. Man wolle weiterhin Aufmerksamkeit erzeugen mit Sonderfahrten, wie zuletzt am Wochenende. Dort pendelte ein Zug mehrmals von Colmar zum Weihnachtsmarkt nach Neuf-Brisach. "An zwei Tagen hatten wir 700 bis 800 Leute in den Zügen", berichtete Hannes Linck erfreut.