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14. Mai 2009

Auf Umwegen zum Ziel

Mit Bus und Bahn zwischen den Kreisstädten Emmendingen und Waldkirch – ein Fahrtbericht.

EMMENDINGEN/WALDKIRCH. In Zeiten (wieder) steigender Spritpreise sind Busse und Bahnen eine gute, zuweilen auch viel genutzte Alternative. Doch es gibt Verbindungen, die nicht wirklich attraktiv sind: Der Weg zwischen den beiden Kreisstädten Emmendingen und Waldkirch zählt dazu. Entweder geht es auf der Schiene über Denzlingen oder mit dem Bus auf der Landesstraße – also mit Umwegen. Die BZ hat Bus und Bahn ausprobiert.

Freitagmorgen kurz nach acht Uhr. Wer das erste Mal an den Waldkircher Bahnhof kommt, um Bus oder Bahn zu nutzen, muss suchen: Zwar sind die Busfahrpläne übersichtlich und verständlich, die Tarifinformationen aber doch eher lückenhaft gestaltet. Am Haltestellenschild hängt ein Zonenplan, für eine Fahrkarte (und den richtigen Fahrpreis) muss man aber auf den Bahnsteig und mit dem Automaten klarkommen oder das Ticket beim Busfahrer kaufen. Der hat mit dem knappen Platz auf dem Waldkircher Bahnhofsplatz keine Probleme. Geschickt wendet er den großen SBG-Wagen, mit dem er aus dem oberen Elztal nach Waldkirch gefahren ist. Der Bus am Morgen ist gut besetzt, nimmt den Weg durch das Industriegebiet in Richtung Buchholz.

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Trotz Umweg eine Fahrzeit von nur 25 Minuten

Mögliche Vernetzungen mit anderen Verkehrsmitteln werden allerdings nicht überall genutzt: Am Buchholzer Kreisel kreuzen dieser Bus einen aus Richtung Freiburg kommenden Linienbus; am Kollmarsreuter Bahnhof stoppt gerade eine Regionalbahn Richtung Süden – der Bus fährt durch. Der Linienweg der SBG führt auch nicht direkt zum Ziel, sondern durch den Buchholzer Ortskern abseits der Hauptstraße und in Emmendingen über die Kollmarsreuter Brücke zur Berufsschule, dann durch die Markgrafenstraße zum Bahnhof. Diese Tour ist mit 25 Minuten dennoch eine von den schnelleren. Alternative ist die Bahn, für den Test nutzt die BZ den Rückweg. Die Regionalexpress-Züge von Offenburg nach Basel sind nicht nur flott unterwegs, sondern auch immer gut besetzt. Per Schiene geht es zwischen Emmendingen und Waldkirch nur mit dem Schlenker über Denzlingen. Wer nicht gut zu Fuß ist, hat sowohl in Emmendingen wie auch beim Umsteigen in Denzlingen in die Breisgau-S-Bahn Probleme: Aus der zunächst komfortablen Bahnsteigunterführung geht es steil treppauf und am Bahnhofsgebäude vorbei auf die andere Seite der Denzlinger Station ans Gleis 5. Ein Regioshuttle-Pärchen der Breisgau-S-Bahn kommt bald, die Umsteigezeit ist diesmal akzeptabel.

Ist also zwischen Emmendingen und Waldkirch alles in bester Ordnung? Mitnichten. Ein Stammkunde berichtet, die Bus-Fahrtzeiten seien viel zu lang – vor allem, wenn die Wagen über Suggental verkehren. Manchmal würden zudem etwas betagte Fahrzeuge eingesetzt. Nach 20 Uhr gebe es keine Möglichkeit, von Emmendingen nach Waldkirch mit dem Bus zu fahren. Dann bleibt die Schiene. Zu hören ist, dass zwar die Breisgau-S-Bahn pünktlich unterwegs sei, die DB-Züge aber nicht. Dann könne es wegen der langen Umsteigewege passieren, dass man in Denzlingen nur noch die Rücklichter des davonfahrenden Zuges sehe. Jens Witt vom Fahrgastbeirat-Nord des Verkehrsverbunds hat allerdings keine Beschwerden vorliegen, bestätigt allerdings, dass die Verbindungen schlecht seien.

Für die SBG ist neuerdings die DB-Pressestelle in Stuttgart zuständig. Die dortige Sprecherin sagt, die Busfahrzeiten über Suggental einer- und Buchholz/Batzenhäusle andererseits unterschieden sich nicht. Es gehe außerdem um Angebot und Nachfrage: Eine extra Verbindung nach Suggental rentiere sich nicht, also nehmen die Busse den Weg "mit".

Deutliche Steigerung der Fahrten und Sonntagsangebot

Die seit rund 20 Jahren existierende Strecke Waldkirch – Emmendingen insgesamt hat sich aus DB-Sicht positiv entwickelt; über Fahrgastzahlen ist allerdings keine Auskunft zu erhalten. Gab es 1990/91 an Werktagen noch acht Fahrten, waren es 1994/95 schon 12 und heute 16. An Sonntagen wurde früher überhaupt nicht gefahren, heute machen sich die Busse sonntags immerhin siebenmal auf den Weg zwischen den beiden Kreisstädten. Für Busse nach 20 Uhr gebe es keine Nachfrage, erklärt sie und fügt hinzu, dass Fahrgäste gezählt würden. Auch entsprächen die eingesetzten Linienbusse den "aktuellen Standards".

Autor: Frank Berno Timm