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18. Januar 2012

Vorsorge im Mammobil

Auf dem Emmendinger Festplatz besteht derzeit Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs.

  1. Eine Röntgenassistentin zeigt den Zwischenraum an, auf den die Brust der Frau beim Mammografie-Screening gelegt werden muss. Das Ganze nimmt nur zehn Minuten in Anspruch und tut nicht weh. Foto: Gerda Oswald

KREIS EMMENDINGEN. Die Untersuchung ist freiwillig, kostet kein Geld, dauert im Höchstfall eine halbe Stunde und der Termin kann so gelegt werden, dass es zum restlichen Alltag der Frauen passt: Die Rede ist von der mobilen Röntgenstation auf dem Festplatz, dem Mammobil. Bis zum 9. März können Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren aus Emmendingen, Teningen, Reute, Freiamt, Eichstetten und Bötzingen dieses staatliche Programm zur Früherkennung von Brustkrebs nutzen.

Beim "Mammobil" handelt es sich um einen umgebauten Bus mit kleinem Warteraum, Anmeldung, separatem Röntgenlabor und Computerraum. Die Frau legt beim Screening ihre nackte Brust auf eine Glasplatte, eine zweite Platte drückt von oben sachte dagegen. In diesem leicht gequetschten Zustand wird jede Brust einzeln aufgenommen; die Röntgenassistentin speichert die Aufnahmen auf dem Computer. Diese Bilder begutachten anschließend zwei Ärzte nach sehr streng vorgegebenen Qualitätskriterien. Gibt es Auffälligkeiten, wird die jeweilige Frau angeschrieben und zu einer zweiten Untersuchung in die Screeningstelle nach Freiburg eingeladen, um den Verdacht weiter einzugrenzen.

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Das Kreiskrankenhaus ist zertifiziertes Brustzentrum

Sollte eine Operation nötig werden, kann die Patientin im Emmendinger Kreiskrankenhaus behandelt werden. Denn seit November ist die Kreisklinik zertifiziertes Brustzentrum und Kooperationspartner des Mammographie-Sreenings Südbaden. "Das Screening ist eine sinnvolle Maßnahme zur Früherkennung", rät Chefarzt und Privatdozent Dr. Martin Sillem. Er empfiehlt den Frauen die Teilnahme ganz dringend. Seit vier Jahren gibt es diese Reihenuntersuchungen, im Kreis Emmendingen liege die Teilnahme bei gut 50 Prozent. Kein schlechter Wert, doch durchaus noch steigerungsfähig, so der medizinische Experte.

Die Meldeämter liefern die Daten über die Zielgruppe der Frauen, die zwischen 50 und 69 Jahre alt, sind ohne weitere Fakten. Deshalb könne es auch vorkommen, dass Frauen angeschrieben wurden, welche gerade eine Brustkrebstherapie überstanden haben oder gerade eine solche Diagnose erhielten. "Diese seelische Belastung, wenn dann noch eine Einladung zur Früherkennung kommt, lässt sich bei der Art der Datenerhebung leider nicht vermeiden", bedauert Oberärztin Dr. Barbara Heitzelmann vom Brustzentrum des Kreiskrankenhauses sehr. Sie ist neben Chefarzt Sillem die zweite Krebsspezialistin mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie und zertifizierte Senior-Mamma-Operateurin.

Bei einer bundesweiten Patientenbefragung unter 160 Standorten von Brustzentren in Deutschland erreichte das Kreiskrankenhaus im Ranking einen zwölften Platz, wurde beim Pressegespräch im Kreiskrankenhaus betont. "Diese ausgezeichnete Platzierung spiegelt unter anderem auch die Leistung unserer Pflege wider", gibt es Lob vom Chefarzt für die Pflegekräfte des Brustzentrums.

Das "herzige Projekt" der Herbolzheimer Werkrealschule

Die Ergebnisse eines buchstäblich "herzigen Projekts" überreichten die Schüler der Klasse 9 a der Emil-Dörle-Werkrealschule Herbolzheim mit ihrer Lehrerin Angelika Isele-Mayer während des Pressegesprächs im Brustzentrum. Die jungen Leute hatten Herzkissen genäht, welche frisch operierte Brustkrebspatientinnen sich entlastend unter den Arm klemmen können. Wie dies geht, demonstrierte die onkologische Fachschwester Iris Hoffmeister den Schülern.

Die Aktion zeige den Patientinnen, dass sie nicht alleine sind und habe auch einen praktischen Nutzen, bedankte sich Sillem bei den Schülern. Isele-Mayer versprach, dies zu einem festen Projekt an der Schule zu machen. Da die Frauen ihre Herzkissen nach Hause nehmen dürfen, werden ständig neue Kissen gebraucht.

Terminvereinbarung für die mobile Mammographie auf dem Emmendinger Festplatz unter   0761/7 67 16 51.

Autor: Gerda Oswald