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04. Dezember 2013

"Wir gehören zusammen"

Das Landratsamt lud 345 neu Eingebürgerte aus 66 Ländern der Erde zu einer Feier ein.

  1. Marion Dammann, Dominique Gadenne, Ahlame Farsaoui-Kösler, Djibrill Ouattara und Maritza Bahr (von links) bei der Einbürgerungsfeier. Foto: Thomas Loisl Mink

LÖRRACH. 345 Personen sind zwischen dem 1. Oktober 2012 und dem 30. September 2013 im Landkreis Lörrach eingebürgert worden. Sie kommen aus 66 Ländern der Erde und haben in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Für die neu Eingebürgerten fand im Landratsamt eine Feier statt.

Landrätin Marion Dammann, der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster (CDU), der Landtagsabgeordnete Josha Frey (Grüne) und zahlreiche Bürgermeister und Kreisräte hießen die neuen Deutschen willkommen. 162 Frauen, 137 Männer und 46 Kinder sind eingebürgert worden, wie die Landrätin feststellte. Die meisten davon, nämlich 88 kommen aus der Türkei, 69 aus dem Kosovo, 27 aus der Ukraine, 40 aus EU-Staaten, wobei Italiener und Polen am häufigsten vertreten waren, und sieben Personen kamen aus der Schweiz. "Die Zukunft der Gesellschaft hängt davon ab, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung das Gefühl haben, wir gehören zusammen", sagte Marion Dammann. Lange habe man für die Integration jedoch zu wenig getan, denn Integration ist keine Einbahnstraße, stellte sie fest. Seit 2005 sei das anders, mit dem Arbeitskreis Integration und einem Integrationskonzept sei auch der Landkreis tätig geworden. Gute Sprachkenntnisse seien wichtig, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Anders kämen Kinder in der Schule nicht voran und schafften nicht den Einstieg ins Berufsleben. "Wir wollen eine pluralistische Gesellschaft, in der verschiedene Kulturen miteinander ins Gespräch kommen und bleiben", sagte die Landrätin. "Das ist ein großer Tag auch für uns, weil sie ja gesagt haben zu diesem Land, vielleicht auch, weil sie gute Erfahrungen in den Kommunen gemacht haben", stellte Lörrachs Bürgermeister Michael Wilke fest. Vielfalt sei eine Stärke.

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Landrätin Dammann führte mit vier der neu Eingebürgerten kurze Interviews. Maritza Bahr aus Peru ist gelernte Tourismusmanagerin und arbeitet jetzt in einem Pharmaunternehmen. "In New York habe ich meine Liebe gefunden, und die hat mich mit nach Deutschland gebracht", sagte sie. Auch bei Dominique Yves Gerard Gadenne aus Frankreich war es die Liebe, die ihn nach Deutschland führte. Der Speditionskaufmann lebt seit 40 Jahren hier, ist mit einer Einheimischen verheiratet und hat fünf Kinder und sechs Enkelkinder. Die Mikrotechnik-Ingenieurin Ahlame Farsaoui-Kösler aus Marokko kam 2009 nach Deutschland und arbeitet in der Schweiz. Djibrill Ouattara aus Burkina Faso arbeitet als Ingenieur bei einem großen Unternehmen der Region. Bei Deutschland denke sie an Qualität und Zuverlässigkeit, meinte Maritza Bahr. "Mein Vater sagte uns, wir sollen nur Produkte made in Germany kaufen", erzählte sie. Fleißig, pünktlich, streng, das habe er mit den Deutschen verbunden, sagte Dominique Gadenne. "Als 20-jähriger Franzose war das für mich auch etwas beängstigend", bekannte er. Ahlame Farsaoui-Kösler sagte, die Zuverlässigkeit deutscher Autos sei auch in Marokko bekannt. Sie hat sich aber auch mit Friedrich Nietzsche beschäftigt und ihn jetzt auch in Deutsch gelesen. Die hohe Technologie in Deutschland ist es, weshalb er hier seine Ausbildung machen und auch bleiben wollte, sagte Djibrill Ouattara. Alle vier betonten, dass sie die Menschen in Deutschland mögen, immer Rat und Hilfe bekamen, und hier Freunde gefunden haben und sich wohl fühlen.

Autor: Thomas Loisl Mink