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08. November 2011

Durchs Schrumpftor geflogen

Das Kinderhörspiel "Malous Winternachtstraum 2" des Freiburger Musikers Peter Kleindienst.

  1. Peter Kleindienst Foto: Lucia Reck

Für Malou sind die Weihnachtstage von Sorgen überschattet: Nicht nur verschwinden seit Wochen aus der Wohnung wertvolle Gegenstände wie silberne Kaffeelöffel oder Ringe, jetzt ist auch noch ihr geliebter Kater Waldron wie vom Erdboden verschluckt. Zu allem Unglück erzählt ihr Elfenfreund Puck, dass das große Fest im Waldgeisterreich dieses Jahr ausfallen muss, weil ein riesenhaftes Ungeheuer die Feen, Zwerge und Kobolde in Angst und Schrecken versetzt. Wie das Monster aussieht? Es hat rotgestreiftes Fell, gelbe Augen und Schnurrbarthaare – das kann nur Waldron sein! Wie Malou und Puck nun auf dem fliegenden Teppich durchs Schrumpftor ins Reich der Waldgeister düsen und dort klitzeklein werden, aber trotzdem mit List und Tücke den ausgebüxten Kater und all das Diebesgut wieder zurück in die Menschenwelt schaffen, ist ein spannendes und fantasievolles Abenteuer mit jeder Menge Musik.

Geschrieben und inszeniert hat das Hörspiel "Malous Winternachtstraum 2 – Waldron bringt Gefahr" der Freiburger Jazzmusiker und Komponist Peter Kleindienst schon 2002. Er schenkte seiner heute 17-jährigen Nichte fünf Jahre lang zu Weihnachten selbstgemachten Hörstoff, der auch im Bekanntenkreis so gut ankam, dass Kleindienst beschloss, seine Malou-Episoden professionell zu produzieren. Natürlich wuchsen mit der Nichte auch deren Tempo und Komplexität – und so ist jetzt erschienene, knapp vierzigminütige Traumreise ein rasantes Märchen mit jeder Menge Gefahren, Zauberei und Action. Das Besondere daran: Kleindienst komponierte auch die Musik und spielt und erzählt gemeinsam mit namhaften Jazzmusikern.

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So erinnern nicht nur die Namen seiner Protagonisten an berühmte Jazzer wie Mal Waldron oder Booker Little, auch die Besetzungsliste ist ein Querschnitt durch die Freiburger Musikszene: Cécile Verny singt Malou in den Schlaf, Michael Stich gibt mit der Bassklarinette den Kater, Wolfgang Fernow, Yael Birger, Michael Kiedaisch, Ro Kuijpers und Kleindienst selbst hauchen der Monsterjagd mit Kontrabass, singender Säge, Perkussion und Gitarre viel Leben und Atmosphäre ein. Als Erzähler macht Matthias Deutschmann seine Sache ebenso gut wie das Sprecher-Naturtalent Augustine Schulte Frohlinde als kesse, pfiffige Malou. Ansonsten ist hier alles live eingespielt: Statt am Computer gesampelte Klänge zu verwenden, wurde im Studio vor allem experimentiert und improvisiert. Wie hört sich eine Tropfsteinhöhle an? Wie ein startender Teppich oder ein schnurrender Kater? Herausgekommen ist ein musikalisches Hörspiel von hoher Originalität und Qualität, bei dem das Kopfkino mächtig zum Laufen kommt.

Bei der Lesung am Freitag im BZ-Haus hat Peter Kleindienst zwar nicht sein Ensemble am Start, dafür aber jede Menge Musikinstrumente. Mit Geschichten, Liedern und Klängen können Zuschauer ab fünf Jahren eine Art making-of des Hörspiels erleben: vom Geräusch der Glühwürmchen-Landebahn bis zum Sound der Kristallecken, mit Hilfe derer sich überall in die Welt reisen lässt.
– Lesung mit Musik am Freitag, 11.November, um 16 Uhr im BZ-Haus, Bertoldstraße, Freiburg (Tickets: Tel. 0761/ 496- 8888) und am Sonntag, 13. November, um 16 Uhr in der Galerie Linda Treiber in Ettenheimmünster. Ab fünf Jahren.
– Die CD ist in allen BZ-Geschäftsstellen und über http://www.peterkleindienst.de erhältlich.

Autor: Marion Klötzer