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23. Juni 2017

Singer-Songwriter

Anne Pe aus Offenburg stellt ihre erste CD in Lahr vor

Seit 20 Jahren ist die Singer-Songwriterin Anne Pe aus Offenburg mit ihrer Musik auf Achse: Ihre erste CD "Glowing Seas" erscheint an diesem Freitag.

  1. Stimme, Gitarre und eigene Songs: Anne Pe Foto: PR

OFFENBURG. Vor zwei Jahrzehnten begann die Offenburger Singer/Songwriterin Anne Pe in Clubs und auf der Straße zu musizieren. Das war damals in Berlin. Diesen Freitag erscheint ihre erste CD "Glowing Seas": Zehn Songs, sehr folky, mit ruhigem Fluss, wobei sanft und schön die treffendste Beschreibung ist. Dennoch tappt Anne Pe nicht in die Langeweilefalle. Das liegt an der Qualität der Songs, aber auch an der Produktion durch Chris Német, in dessen Freistetter Studio sie aufgenommen wurden.

Das Werk beginnt mit "Seagull – Möwe". Eine weiche Gitarrenfigur, perlend, plus luftig-helle Keyboardklänge, sehr, sehr dezent. Eine Cellolinie macht den Klang rund. Dann setzt der Gesang ein, Anne Pe singt von der Möwe, die ins Blau entschwebt, ein Anblick der Sehnsüchte und Erinnerungen an kostbare Momente auslöst. Das weckt Assoziationen an den Folk Ende der 1960er, an Songs wie etwa "Both Sides Now" von Joni Mitchell. Anne Pe singt klar, dabei zurückhaltend, Gesang, Song, Arrangement, Text sind aufeinander abgestimmt.

Im Titelsong "Glowing Seas" geht es um eine Erinnerung, wie sie einen manchmal überfällt, an einen Menschen, den wir lieben oder geliebt haben. Die "Glowing Seas", die "glühenden Meere" werden zum Synonym für die Intensität dieser Beziehung und zugleich für die Distanz. Das Titel bezieht sich auf die schimmernden Ozeane eines Leuchtglobus’. Eben so ein Globus – den Atlantik im Vordergrund, daneben die Künstlerin in verschwommene Distanz gerückt – ziert auch das Cover der CD. Der Song hat eine schöne Melodielinie und ist durchzogen von bittersüßer Melancholie, gepaart mit "Es war, und es war schön"-Feeling.

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"Feuerfuchs", die erste Single, gibt es hier in einer fein produzierten Studioversion, im Netz ist sie auch "pur" nur mit Stimme und Gitarre zu hören. Eher rhythmisch ist "Myth of A Man", das demnächst als zweite Single erscheint, oder das mit flockigen Drums unterlegte, sehr gelungene "Fine Dream". Da und dort wird die Gitarre durch ein Klavier ersetzt, das Cello schafft immer wieder ein Feeling von Einssein mit Natur, Seele, Universum – ein Hippie-Traum, gewiss, aber ein schöner, der hier anklingt.

Mit der CD erfülle sie sich einen Traum, sagt die Künstlerin, die als Musiktherapeutin in Offenburg arbeitet. Zu ihren Einflüssen rechnet sie Joan Baez, Leonard Cohen, Joni Mitchell, aber auch Elvis, deren Musik sie im Plattenschrank der Eltern entdeckte. Ihre Texte schreibt sie in Englisch, weil es der Assoziation mehr Raum gebe. Tatsächlich wirkt der einzig deutschsprachige Song auf dem Album ein wenig als Fremdkörper. Ab Freitag ist "Glowing Seas" Im "La Musica" in Offenburg sowie im Internet hör- und bestellbar. Es folgt eine kleine Tournee mit Auftritten unter anderem in Berlin. Ein Auftritt in Offenburg steht derzeit nicht an, doch gibt sie ein Konzert am Freitag, 7. Juli, 20 Uhr, in Lahr im "Café Ben" in der Bismarckstraße.

Autor: Robert Ullmann