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04. April 2011 19:04 Uhr

Freiburg-Marathon 2011

Gesundheitsgefahr beim Marathon – Veranstalter hat gewarnt

Die Bilanz des Freiburg-Marathons liest sich wie ein ärztliches Bulletin: 80 Teilnehmer mussten bei ungewöhnlich warmem Wetter medizinisch behandelt werden, ein Mann wäre fast gestorben. Der Veranstalter weist die Verantwortung von sich.

  1. Viele Läufer gingen beim Marathon an die Grenze ihrer Kräfte, einige auch darüber hinaus. Foto: seeger

Ein Läufer, Mitte 30, brach direkt nach dem Zieleinlauf des Halbmarathons zusammen, er musste wiederbelebt und anschließend ins Krankenhaus transportiert werden; 80 Teilnehmer wurden in den Zelten der Hilfskräfte ärztlich behandelt – zum Teil mit Infusionen; Hunderte von Startern wankten überhitzt und völlig erschöpft durchs Ziel, konnten sich kaum noch auf den Beinen halten: Der achte Freiburg-Marathon, am Sonntag bei Temperaturen von 25 Grad und starkem Pollenflug ausgetragen, wird vielen Teilnehmern als Hitzeschlacht in Erinnerung bleiben. Es war ein Rennen, bei dem von den Läufern viel Eigenverantwortung gefragt war. Aber welcher Teilnehmer hört schon früh auf die Signale seines Körpers? Wer gibt schon auf, wenn er von Freunden, Bekannten und Mitläufern zigfach ermuntert wird: "Komm, das schaffst du schon. Auf geht’s, mach weiter."

Der Streckensprecher liest eine Erklärung vor

Der Veranstalter des Freiburg-Marathons, die Runabout GmbH, hatte auf die Hitze noch zu reagieren versucht und am Samstag mehr Wasser für die Verpflegungsstände geordert. "Außerdem haben wir vielen Teilnehmern bei der Startnummernausgabe nochmals ins Gewissen geredet, den Lauf langsam anzugehen, auf die Signale des Körpers zu hören und viel zu trinken", sagt Nico Dürbeck vom Veranstalter. Weder beim Freiburg- noch beim München-Marathon, den Runabout auch organisiert, hätte ein Läufer in den Jahren zuvor jemals wiederbelebt werden müssen.

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"Das Schlimmste für eine neue Veranstaltung ist, wenn ein Läufer sterben würde." Gernot Weigl
Zum Geschäft mit den zahlreichen Ausdauerläufen gehört inzwischen, dass sich ein Veranstalter gegen mögliche Regressansprüche gleich doppelt absichert. Zum einen weist er in den Anmeldeformularen auf die Gefahren hin. Zum anderen ist er verpflichtet, kurz vor dem Start des Rennens eine kurze Erklärung abzugeben. In Freiburg erfolgte die am Sonntag kurz vor dem Start um 11.10 Uhr. Einer der beiden Streckensprecher bat um Aufmerksamkeit und verlas ein Schreiben des Veranstalters. In dem hieß es unter anderem, dass Teilnehmer bei Stechen und Druckgefühlen im Brustbereich ärztlichen Rat suchen und das Rennen beenden sollen. Zudem wurde – ganz pauschal – vor "übertriebenem Ehrgeiz" gewarnt.

Dass sich Unglücksfälle negativ aufs Image eines Rennens auswirken, weiß auch Gernot Weigl. Der Runabout-Geschäftsführer sagte vor dem ersten Freiburg-Marathon 2004: "Das Schlimmste für eine neue Veranstaltung ist, wenn ein Läufer sterben würde." Bei der achten Auflage hat nicht viel gefehlt und der schlimmste Fall wäre eingetreten.

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Autor: Georg Gulde