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10. Mai 2014

Martin Heidegger

Das entspricht nicht den Tatsachen

Zu: "In seinen Briefen findet sich kein Wort der Reue", Zuschrift von Werner Heiland (Forum, 30. April):

Die Ausführungen von Werner Heiland entsprechen nicht den Tatsachen: Der Satz "1933 als Rektor der Uni Freiburg führte er ohne Widerstand das Gesetz zur Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums aus" ist unwahr. Dies tat sein Vorgänger, Professor Sauer.

Unmittelbar nach der Rektoratsübernahme setzte sich Heidegger telefonisch mit der Karlsruher Regierung in Verbindung und erreichte, dass mit Erlass vom 28. April 1933 die Beurlaubung der vier jüdischen Dozenten der Philosophischen Fakultät Jonas Cohn, Edmund Husserl, Wolfgang Michael und Werner Brock wieder aufgehoben wurde. Edmund Husserl bekam noch im Sommersemester 1933 die amtliche Mitteilung, dass er wieder lesen dürfte. Am 29. April 1933 schrieb Elfriede Heidegger einen langen, mitfühlenden Brief, den das Ehepaar Husserl mit dem Abbruch der familiären Beziehungen beantwortete. Die Briefe von Martin Heidegger an die Jüdin Hannah Arendt und an die Halbjüdin Elisabeth Blochmann vom "Winter 32/33" sind nachzulesen im Band 16 der Heidegger-Gesamtausgabe.

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Autor: Dr. Hermann Heidegger, Stegen