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29. September 2012

Debatte um die Zulässigkeit der Beschneidung

Das ist verlogene Unmenschlichkeit

Zu: "Im Ethikrat zeichnet sich Kompromiss ab", Beitrag von Thomas Maron, und "Wenn Moses wieder einmal vom Sinai steigt . . . ", Karikatur von Horst Haitzinger (Politik, 24. August):

Der Ethikrat stimmt mehrheitlich für die Zulässigkeit von Beschneidungen und will damit Toleranz als eine der Grundvoraussetzungen des Humanismus demonstrieren. Diese Toleranz aber wird geübt auf Kosten und mit den Schmerzen kleiner Kinder. Das ist verlogene Unmenschlichkeit. Der Hinweis der Erbfeinde Judentum und Islam auf eine Jahrtausende alte gemeinsame Tradition kann nur Anlass sein, zu überdenken, ob dieses barbarische Ritual heute noch hinnehmbar ist. Jeder soll sich beschneiden lassen dürfen, wenn er alt genug ist, die Folgen dieser Prozedur zu beurteilen. Es darf aber kein elterliches und kein religiöses Vorrecht auf Körperverletzung wehrloser Kleinkinder geben.

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Autor: Dr. Josef Leifert, Freiburg