Leserbriefe

Zsolt Pekker

Von Zsolt Pekker (Heitersheim)

Mi, 25. Juli 2018

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

SPRACHE UND GESCHLECHT
"Keine Beleidigung, Dinge beim Namen zu nennen"
Zum Artikel "Harte Sprachbandagen" in der BZ-Ausgabe von Mittwoch, 18. Juli, gingen folgende Briefe in der Redaktion ein:

Worum geht es, wenn Politiker den Sprachgebrauch verändern wollen? George Orwell hat es in der "Farm der Tiere" und in "1984" sehr präzise beschrieben: Es geht um Deutungshoheit, Manipulation und Macht. Wie wenig die "geschlechtergerechte Sprache" mit Gleichberechtigung hat, haben hier ja wohl auch die eindeutig ablehnenden Beiträge der weiblichen Kreisräte gezeigt.

Wenn in der Debatte von "Unsinn" die Rede war, wurde ein sehr zurückhaltender Ausdruck für eigentlich Schlimmeres verwendet. Dass Kommentator Sebastian Wolfrum sich darüber empört, ist in mehrfacher Hinsicht befremdlich. Als Journalist, dessen Berufswerkzeug die Sprache ist, sollte er den Unterschied zwischen biologischem und grammatischem Geschlecht kennen und wissen, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Dass in einer (kommunal-)politischen Auseinandersetzung klare Worte benutzt wurden, sollte ihn als Berichterstatter freuen. Und schließlich: Es ist keine Beleidigung, wenn Dinge beim Namen genannt werden. Zsolt Pekker, Heitersheim

"Die männliche Form ist eingeschlossen"
Ist doch ganz einfach: In der Präambel steht, dass, um Wortungetüme zu vermeiden, im weiteren Text die weibliche Form verwendet wird – selbstverständlich ist die männliche darin eingeschlossen. Den selbstbewussten Mann wird das nicht stören, oder? Ist ja nur Pipifax. Isolde Brandstädter, Breisach FALKENSTEIGTUNNEL "Landkreis hat Interessen der Bürger zu vertreten" Zum Artikel "Kommt der Tunnel doch rechtzeitig?" in der BZ-Ausgabe vom 21. Juli schreibt ein Leser:

Welch irreführende Überschrift: Falkensteigtunnel und Freiburger Stadttunnel könnten gleichzeitig fertig werden. Sie zielt darauf ab und erweckt den Eindruck, dass der Falkensteigtunnel früher kommt als von der Landesregierung bisher angedacht. Aber so ist es nicht. Wenn es nach dem grünen Verkehrsminister Hermann geht, dann kann beim Falkensteigtunnel frühestens 2025 mit weitergehenden Planungen begonnen werden. So seine vorliegende Priorisierung. Das ist aber keine Perspektive für den laufenden Verkehrsterror in Falkensteig.

Die Devise muss doch lauten: Falkensteig sofort weiterplanen, damit der Tunnel vor dem Freiburger Stadttunnel fertig wird. Zumal bei der Falkensteigplanung keine großen Schwierigkeiten oder Einsprachen zum Projekt zu erwarten sind. Es ist nicht vorstellbar, dass aus Stuttgart beziehungsweise vom Bund beide Vorhaben gleichzeitig finanziert werden können. Beide Vorhaben müssen getrennt voneinander betrachtet werden und haben unabhängig voneinander hohen Verkehrswert.

Und da Falkensteig ohne große Schwierigkeiten unabhängig vom laufenden Verkehr gebaut werden kann, gilt es nun die vorliegende Vorentwurfsplanung umgehend voranzutreiben. Und wenn in Stuttgart auf fehlendes Personal hingewiesen wird, dann muss sich der Bund mit seiner neu gegründeten Infrastrukturgesellschaft um dieses Vorhaben kümmern. Dies umso mehr, als vom baden-württembergischen Verkehrsminister dem Falkensteigtunnel keine Dringlichkeit zugeordnet wird.

Warum der Landkreis die Meldung aus Stuttgart, dass beide Vorhaben vielleicht im Jahre 2030 gemeinsam fertiggestellt werden können, als großen Erfolg wertet, ist völlig unverständlich.

Noch hat der Landkreis die Interessen seiner Bürger zu vertreten, um die Stadt Freiburg braucht man sich da wirklich keine Sorgen machen.

Hans-Joachim Bumann, Freiburg