Lesermeinung

Bettina Kuny

Von Bettina Kuny (Waldkirch)

So, 29. Juli 2018

Leserbriefe Emmendingen

ELZTALBAHN

ZUM ARTIKEL "SCHRILLE TÖNE UND HARTE VORWÜRFE" IN DER AUSGABE VOM 22. JULI:

Forderung ist nicht unverhältnismäßig

Nicht die Elztalbahn-BI, sondern die deutsche Bundesregierung hat Minimierungsmaßnahmen zur Reduzierung von elektromagnetischen Feldern (Elektrosmog) erlassen. Dies betrifft auch Bahnstromanlagen mit 16,7 Hz. Die Bundesregierung hat somit die gesundheitsgefährdenden Belastungen aus Bahnstrom erkannt. Es ist das Recht der Anwohner, gesundheitsschützende Maßnahmen einzufordern, auch wenn aus Kostengründen diese dann oft nicht umgesetzt werden.

Wir glauben nicht, dass es besonders gesundheitsfördernd ist, wenn fünf Meter neben dem Kopfkissen von Säuglingen oder Kleinkindern 15 000 Volt Oberleitungen verlaufen. Wenn diese Forderung der Anwohner unverhältnismäßig wäre, hätte die DB Netz AG beim Erörterungstermin sicher keine Zusage zu Minimierungsmaßnahmen in Batzenhäusle gemacht.

Zur Verhältnismäßigkeit: Im Gegensatz zu Einwirkungen des Bahnstroms kann erstens jeder selber entscheiden, ob er Wein und Wurst zu sich nimmt, und zweitens glauben wir nicht, dass das jemand 24 Stunden am Tag beziehungsweise 365 Tage im Jahr tut.

Schade finden wir, dass wir als Dieselbefürworter dargestellt werden. In keinem Artikel wurde erwähnt, dass die bereits bestellten Züge auf Batteriebetrieb umrüstbar sind.

Bettina Kuny, Waldkirch

Leichtfertig Rat der WHO in Frage gestellt

Ich muss mich doch sehr wundern, wie leichtfertig dieser Artikel die Empfehlungen und Feststellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Frage stellt. Wer in der Diskussion mit Empfehlungen der WHO argumentiert, steht bereits als intellektuell überlegener, moralischer Sieger fest.

Das ist seit Jahren gelebte Praxis, wenn es um die Anbringung von Tempo-30-Schildern an Bundesstraßen geht oder um Dieselfahrverbote. Irgendeine weltfremde Empfehlung der WHO wird sich schon finden, um die eigenen, ideologiegetriebenen Ziele durchzusetzen.

Insofern hat die BI von der Kommunalpolitik gelernt und genauso das Recht, ihre Ziele mit dem moralischen "Schwert" der WHO-Zitate zu verfolgen.

Bernhard Siegrist,

Denzlingen


TROCKENHEIT

ZUM ARTIKEL "KAUM TROPFEN AUF DIE HEIßEN FELDER" IN DER AUSGABE VOM 15. JULI:

Becherpflanze ist bessere Alternative

Landwirte, die immer noch auf den Mais setzen, bekommen in der Tat zunehmend ein Problem. Denn der Flachwurzler muss in Trockenperioden bewässert werden. Die bessere Alternative ist die Becherpflanze (Silphie perforatum), die auch als Futter- und Energiepflanze genutzt werden kann. Mit ihren zwei Meter tief reichenden Wurzeln übersteht sie gut auch längere Trockenzeiten. Daneben weist sie noch viele weitere Vorzüge auf: Als Staude wächst sie gut zwanzig Jahre und mehr – es entfallen Bodenbearbeitung und jährliche Aussaat, die großen Blätter unterdrücken unerwünschte Wildpflanzen, was den Herbizideinsatz weitgehend entbehrlich macht. Und eine gute Botschaft für die Bienen: Sie liefert ein hervorragendes Nektarangebot von Juli bis zur Ernte Ende September!

Wer sich die Becherpflanze einmal anschauen möchte, kann dies im "Wandelgarten Vauban" an der Innsbrucker Straße in Freiburg tun, wo es eine Testanpflanzung gibt.
Erich Lutz, Freiburg
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