Obdachlose

Ein geräumiges Holzpodest anbringen, das auch bei Hochwasser Schutz bietet

Simi und Jürg Fischer

Von Simi und Jürg Fischer (Freiburg)

Mo, 10. September 2018

Leserbriefe Freiburg

Um Schlafplätze für Obdachlose unattraktiv zu machen, hat die Stadt unter einer Brücke Steine gesetzt ("Das ist Freiburgs nicht würdig", BZ vom 1. September):

Zunächst kann man es ja begrüßen, dass die Stadt so sensibel auf Bürgeranliegen reagiert. Diese Sensibilität – so können wir uns schon freuen – wird demnächst sicher auch bei den Bürgerprotesten im Zusammenhang mit dem Neubau des Fizz-Wohnheims (Appartements für wohlhabende Studenten) zur Geltung kommen.

Allerdings geht es dabei nicht um die Interessen von Obdachlosen, sondern um das Gewinnstreben der Württembergischen Lebensversicherung. Natürlich ist es Unsinn, hier einen Vergleich zu ziehen. Überwiegend unsinnig – aber vielleicht doch nicht ganz?

Die Obdachlosen durch das Setzen von Steinen zu vertreiben, hatte ja auch einen fürsorglichen Aspekt: Der Ort sei – so der Stadtsprecher Toni Klein – auch immer wieder überschwemmungsgefährdet gewesen. Nun sind der Stadt ja sicher auch die Anliegen der Obdachlosen wichtig. Deshalb folgende Vorschläge: Ähnlich wie auf dem Platz der Alten Synagoge wird unter der Brücke ein geräumiges Holzpodest angebracht, das auch bei Hochwasser Schutz bietet. Es wäre auch an bequeme Sitz- und Liegemöglichkeiten zu denken. Und einer dieser schmucken Edelstahlmüllbehälter würde Sauberkeit begünstigen.

Dann könnte man auch mal testen, wo es am frühen Morgen sauberer zugeht: auf dem Platz der Alten Synagoge oder unter der Oberaubrücke.

Simi und Jürg Fischer, Freiburg