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18. Januar 2012

Leserbriefe

  1. Das Ergebnis des Verkehrsgutachtens gefällt nicht allen. Foto: Trenz

  2. Auf dem Wiesentalradweg ist’s nicht sauber genug, findet ein Leser. Foto: Nikolaus Trenz

VERKEHRSGUTACHTEN

"Im alten Brei gerührt"
Zur Vorlage des neuen Verkehrsgutachtens für die Innenstadt ("Die Debatte geht weiter", BZ vom 14. Januar 2012 und "Gutachter rät zu mehr Beruhigung", BZ vom 13. Januar 2012)

"Es ist empörend, dass bei dem so lange angekündigten Verkehrsgutachten Grundlegendes und konstruktiv Neues anscheinend nicht bearbeitet wurde. Ich hätte eine umfassende Verkehrsanalyse erwartet , auf deren Basis zukunftweisende kreative Ideen in eine sinnvolle Planung münden. Dass dies nicht der Fall ist, hängt vermutlich schon mit der Fragestellung (die uns Bürgern unbekannt geblieben ist) zusammen. Das Ziel sollte sein, den Autoverkehr zu vermindern! Tatsache ist, dass die Stadt schon jetzt unter überbordenden Autoverkehr in vielfältiger Hinsicht leidet. Leider befinden sich alle großen Ämter, Behörden, Warenhäuser sowie Krankenhäuser im Zentrum der Stadt. Das bedeutet eine intensive Autozufahrt durch Personal, Publikum und Zulieferung. Da die Stadt durch Bahngleise und den Fluss von zwei Seiten begrenzt ist, stehen als Zufahrt nur die Bahnhofstraße und die Wiesentalstraße zur Verfügung. Letztere ist heute schon äußerst beengt und ausgelastet. Der zukünftige Einfluss durch die Öffnung der Zollfreien Straße, sowie durch die Entstehung des neuen Postareals, bedeutet laut der Annahmen des Gutachtens (veröffentliche Daten) nur geringe prozentuale Erhöhungen des Verkehrs. Das erstaunt zumindest, da sich das Landratsamt vergrößert und die Umwandlung des Postareals die Erstellung eines großen Geschäftsbereichs bedeutet. Beides verursacht normalerweise eine deutliche Zunahme des Logistik- und Individualverkehrs. Da wir schon jetzt eine sehr starke Verkehrskonzentration in der Luisen- und Haagener Straße erleben, muss durch die projektierte Verbindung der vielen Tiefgaragen mit Ausgang in die Luisenstraße eine massive Zunahme des Autoverkehrs in diesem Bereich Nord entstehen. Es stellt sich die Frage, ob die sehr stark zunehmende Postlogistik zumindest aus dem Zentrum heraus verlagert werden kann. Weiterhin fragt man sich, ob das sich vergrößernde Landratsamt die KFZ-Stelle und die Behörde für die Belange der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe im Zentrum betreiben muss oder besser an der nördlichen Peripherie der Stadt lokalisiert. Zur Beruhigung des Autoverkehrs ist unbedingt eine gut signalisierte Tempoherabsetzung notwendig, begleitet von einer konsequenten deutlichen Kontrolle. Neben der S-Bahn wäre die Einsetzung kleiner flexibler Busse in alle Stadtteile und Quartiere eine Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur. Eine Verlängerung der Tramlinie von Riehen bis Stetten wäre vermutlich eine in näherer Zukunft mögliche Verbesserung der Gesamtverkehrssituation. Als Bürgerin erwarte ich die Nutzung einer kompetenten und weitsichtigen Beratung durch Verkehrsexperten. Stattdessen wird im alten Brei gerührt, in der Hoffnung, dass es mit ein bisschen Zucker endlich allen schmeckt."

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Elisabeth Braun-Radeke

"Die Katze ist aus dem Sack"
"Selten waren die Erwartungen größer, und selten gab es mehr Anlass. Mit der bevorstehenden Fertigstellung der "Zollfreien", dem Postareal-Vorhaben, dem Hotelprojekt auf dem Kinderspielplatz, der Öffnung des Bahnhofes zur Belchenstraße und nicht zuletzt dem offensichtlichen
Misserfolg der provisorischen Fußgängerzonenerweiterungen nördlich der Grabenstraße war der Ruf nach einem neuen Gesamtverkehrskonzept in der gesamten Öffentlichkeit unmissverständlich und unüberhörbar geworden. Demgegenüber ist das jetzt vorgelegte Verkehrsgutachten eine Brüskierung sondergleichen. Es ist nichts als eine Fortschreibung der berüchtigten Variantenbetrachtungen auf der Basis der bereits bestehenden Verkehrsregelungen. Damit ist die Katze endgültig aus dem Sack. Die Bürgermeisterin kam jetzt endlich raus damit: Die Stadt gab den Auftrag, sie hat nie etwas anderes gewollt. Viele Monate lang hatten die Verwaltungsspitzen nicht den Mut gehabt, dies klar zu kundzutun. Daher gesellt sich zur inhaltlichen Depression noch die menschliche Enttäuschung über dieses "Herumwulffen". So darf man es jetzt wohl nennen, wenn auf nicht besonders intelligente Weise Glaubwürdigkeit verspielt wird. Nach allem hat es tatsächlich viel Charme, sich dem Ruf anzuschließen, einfach sämtliche Verkehrsflussregelungen um die alte Fußgängerzone herum aufzuheben und dafür dort flächendeckend Tempo 30 (bitte nicht 20) einzuführen. Karlfrieder Vortisch

GEHWEGREINIGUNG

"Schweizer spüren Unterschied"
Ein Leser beklagt den Zustand auf dem Rad- und Fußweg an der Wiese.

Die Stadtverwaltung Lörrach fordert ihre Bürger zu Recht immer wieder dazu auf, die Gehwege an ihren Grundstücken sauber zu halten und die Sträucher entsprechend zurückzuschneiden. Sie selbst nimmt es bei Gehwegen in ihrem Zuständigkeitsbereich damit aber nicht so genau. So liegen auf dem Geh- und Fahrradweg entlang des linken Wieseufers in der Wiesentalstraße ab der Grenze zur Schweiz Tannennadeln, -zapfen, Gras, Blätter und sonstiger Unrat. Grasbüschel noch von der Mad aus dem Sommer und Blätter sind mittlerweile bei Nässe auf dem geteerten Weg festgetreten und -gefahren. Dieser dauernd unsaubere Weg ist für die Stadt Lörrach eine unschöne Visitenkarte. Denn der gleiche Weg geht auf der schweizer Seite weiter bis zum Tiergehege Lange Erlen. Dort aber ist der Weg zu jeder Jahreszeit stets sehr sauber. Nach meiner Wahrnehmung fährt dort oft die Kehrmaschine darüber und im Sommer sogar der Wasserspritzwagen. Viele schweizer Fußgänger und Fahrradfahrer benutzen diesen Weg, vor allem auch zum günstigen Einkauf in der Stadt Lörrach und können den auffälligen Sauberkeitsunterschied sehen. Wie wäre es, wenn der neue Leiter des Werkhofs der Stadt Lörrach und der von der Gemeinde Riehen ihre Erfahrungen einmal austauschten? Vielleicht leihen die Riehener den Lörrachern ihre Kehrmaschine, wenn sie selbst keine haben. Friedrich Benning, Lörrach

Autor: Elisabeth Braun-Radeke