Leserbriefe

Gabriele Zorn

Von Gabriele Zorn (Offenburg)

Mi, 15. August 2018

Leserbriefe Ortenau

OB-WAHLKAMPF
Merkwürdig und Bemerkenswert
"Der Frühwahlkampf – merkwürdig und bemerkenswert", überschreibt diese Leserin ihre Zuschrift, in der sie sich mit der OB-Wahl auseinandersetzt:

Offenburg sucht einen neuen Oberbürgermeister. Noch sind wir in einem ganz frühen Wahlkampf. Doch es gibt bereits die ersten Merkwürdigkeiten. Da beschwert sich der Kandidat Marco Steffens, dass der Mitbewerber Harald Rau ihn über die Presse zu gemeinsamen Veranstaltungen in den Ortschaften und Stadtteilen herausfordert. Gut so, denn der Wahlkampf um den Posten des OB in der größten Stadt der Ortenau ist kein Kaffeekränzchen mit schön gestalteten Einladungskärtchen. Selbstverständlich werden Angebote oder besser die Herausforderungen öffentlich formuliert und nicht im stillen Kämmerlein. Die Bürger sollen und müssen ja sehen, wer welche Initiative ergreift und wie das Gegenüber reagiert. Hoffentlich gibt es in den kommenden zwei Monaten ganz viel öffentliches Agieren der Kandidaten.

Die beiden örtlichen Zeitungen haben sehr unterschiedlich berichtet. Einmal klang es mehr nach Ablehnung des Rau-Vorschlags, einmal eher nach Zustimmung unter bestimmten Bedingungen. Gut, dass Herr Steffens dies jetzt klargestellt hat, er stehe für Diskussionen in den Ortschaften und Stadtteilen bereit (Anm. der Redaktion: Dies hatte die BZ stets so berichtet). Jetzt sollten die Kandidaten schleunigst Termine finden. Natürlich können solche Veranstaltungen vor dem Bewerbungsschluss am 18. September stattfinden. Die Einladung der Freien Wähler zum ersten Schlagabtausch am 20. August hat Herr Steffens doch auch ohne Zögern angenommen. Die Ausrede, es gibt keine freien Termine mehr, gilt nicht, denn nichts ist aufschlussreicher als beide Kandidaten im direkten Vergleich zu erleben und befragen zu können. Wirklich bemerkenswert ist die Stellungnahme von Altstadtrat Schrötter, der nicht nur gegen die SPD poltert. Nein, er der ungekrönte Kämpfer für die Ortsteilinteressen (bis hin zu den höchsten Gerichten) rät mit dem Satz "Warum soll sich der CDU-Kandidat das Schauspiel in elf Ortsteilen bieten lassen?" von den Duellen ab und nennt diesen Vorschlag gleich ein "Diktat". Ist das wahr, spricht sich Herr Schrötter dagegen aus, dass in jedem Ortsteil die Möglichkeit geboten wird, im direkten Vergleich die Kandidaten kennenzulernen und zu beurteilen? Es gibt eine einfache Antwort. Herr Schrötter ärgert sich, dass der Vorschlag von der falschen Seite kam. Hoffentlich wird es jetzt spannende Abende geben, in den Orts- und in den Stadtteilen.
Gabriele Zorn, Offenburg