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12. März 2012

Ein Sieg des freien Markts

Die Schweizer Bürger stimmen gegen die Buchpreisbindung.

Die Schweizer Bürger haben entschieden: Bei der gestrigen Volksbefragung lehnte eine deutliche Mehrheit von 56,1 Prozent die Wiedereinführung der 2007 aufgehobenen Buchpreisbindung ab. Das Begehren war von einem Komitee "Nein zu überteuerten Büchern" initiiert worden, das von wirtschaftsliberalen Politikern und dem Lebensmittelkonzern Migros unterstützt wurde. Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) reagierte enttäuscht. Die Rahmenbedingungen für den Buchhandel würden sich weiter verschlechtern, sagte SBVV-Geschäftsführer Dani Langolf. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund sprach von einem schlechten Tag für das Buch in der Schweiz und für die Schweizer Kultur insgesamt. Viele kleine und mittlere Buchhandlungen würden in den nächsten Jahren verschwinden.

Im Gegensatz dazu sagte Adrian Michel, FDP-Mitglied und Kampagnenleiter des Nein-Komitees gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur sda : "Das Gesetz wäre ein Eigentor für die Schweizer Buchhändler gewesen". Das Resultat sei ein Sieg sowohl für die Konsumenten als auch für die Buchhändler. "Mit der Buchpreisbindung hätte es nur Verlierer gegeben." Sie hätte die Branche auch nicht vor den Herausforderungen der Zukunft bewahren können.

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Beim Abstimmungsergebnis zieht sich ein Graben durch die Schweiz. Die westschweizer Kantone, die seit 1994 keine Buchpreisbindung mehr haben, stimmten für die Wiedereinführung. Die deutschweizer Kantone und das Tessin entschieden sich dagegen.

Autor: sda/BZ