Wohnungsnot

Überlaufener Markt: Wohnungen in Löffingen werden knapp

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

So, 19. November 2017 um 13:33 Uhr

Löffingen

Vor allem Flüchtlinge und ausländische Mitbürger finden in Löffingen derzeit kaum noch eine neue Bleibe. Die Kapazitäten der Stadt könnten bis Ende des Jahres erschöpft sein.

In Löffingen herrscht ein Mangel an bezahlbaren Wohnungen, nicht zuletzt durch die große Erweiterung der Firma WST, die ihre Arbeitsplätze verdoppelt hat. Von dieser Wohnungsnot sind alle Bürger betroffen, besonders aber die Flüchtlinge und auch sonstige ausländische Mitbürger, wie die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Alexander Kobzew, gegenüber der Badischen Zeitung erklärt.

Ein Aufruf im Mitteilungsblatt hat die Situation nicht verbessert, immer noch suchen Flüchtlinge erfolglos nach Wohnungen. Generell seien kreisweit wenig Wohnungen auf dem Markt, weshalb sie auch viele Gespräche mit den Kolleginnen der Diakonie führe. Dadurch sei auch die Konkurrenz unter Wohnungssuchenden groß, was es den Flüchtlingen nicht leichter mache. Doch auch andere ausländische Mitbürger hätten es schwer, eine Wohnung zu finden.

Reger Zuzug in städtische Unterkunft im ehemaligen Prausegebäude

Derzeit suchen viele Flüchtlinge aus der Bedarfsunterkunft des Landkreises an der Göschweiler Straße eine eigene Wohnung, nachdem sie zwei Jahre in Deutschland leben und als Asylbewerber anerkannt sind. Deshalb herrsche auch gerade ein reger Zuzug in die städtische Unterkunft im ehemaligen Prausegebäude in der Bahnhofstraße.

Der Landkreis teile der Stadt regelmäßig neue Personen aus der Göschweiler Straße zu, sagt Alexandra Kobzew. Bis zum Ende des Jahres rechnet die Flüchtlingsbeauftragte damit, dass auch diese Unterkunft voll ist und die Stadt deshalb keine weiteren Wohnungen zur Verfügung stellen kann. Auch der Flüchtlingshelferkreis engagiere sich in diesem Bereich sehr stark und versuche zu vermitteln. Andererseits sei die Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt sehr groß, auch durch die Erweiterung der Firma WST und anderer Firmen.

Wohnungsmarkt derzeit überlaufen

Trotzdem hat es eine Familie geschafft und ist aus einer städtischen Unterkunft in eine private Wohnung umgezogen. Die Vermieterin habe der Familie nach einem ersten Treffen eine Chance gegeben, und sei inzwischen auch sehr zufrieden mit ihren neuen Mietern, sagt Kobzew, die auch gerne als Ansprechpartnerin bei Fragen zur Verfügung steht. Und natürlich würde sie sich auch riesig über eine Mitteilung freuen, wenn eine Wohnung zur Verfügung stehe.

Die Wohnungsnot in Löffingen bekommt auch der Flüchtlingshelferkreis bei seiner Arbeit zu spüren, wie Werner Waßmer bestätigt. Auch der Helferkreis versucht Flüchtlinge bei der Wohnungssuche zu unterstützen, doch es seien fast keine Wohnungen auf dem Markt. Erstkürzlich habe man zusammen mit einer Familie eine Wohnung besichtigt, bei 20 Interessenten, darunter auch etliche aus Löffingen selbst, sei die Wohnung schließlich anderweitig vermietet worden. Der Wohnungsmarkt sei derzeit einfach überlaufen, da mache man sich keine Illusionen, sagt Waßmer.

Alle Flüchtlinge in Löffingen selbst untergebracht

Was Werner Waßmer bemängelt ist der schlechte Kontakt zur Flüchtlingsunterkunft in der Göschweiler Straße, weil der Landkreis als Betreiber dort mauert. So erfahre der Flüchtlingshelferkreis nicht darüber, wie viele in der Unterkunft leben, deren Verfahren bereits abgeschlossen sei. Ihm wäre es lieber, der Helferkreis würde darüber informiert und könne sich darum kümmern, dass jemand, der in der Stadt bereits Fuß gefasst habe, auch weiter in Löffingen bleiben könne.

Dass bis auf wenige Ausnahmen fast alle Flüchtlinge in Löffingen selbst untergebracht sind, dafür lobt Waßmer die Stadtverwaltung. Denn jemand, der Arbeit gefunden habe, wie beispielsweise gerade ein Flüchtling beim Messgerätehersteller Testo, sei froh über die Zugverbindung von Löffingen aus, während jemand, der in den umliegenden Dörfern lebe, auf ein Auto angewiesen sei, wofür aber dann oft das Geld fehle.