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14. Januar 2010

Kundgebung für Homosexualität

Die Lörracher Rainbowstars richten im April den landesweiten Christopher Street Day aus.

  1. Ein Mix aus Demo und Narzissmus ist der Christopher Street Day, den Homosexuelle im April ein zweites Mal in Lörrach veranstalten wollen. Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Mit Stolz blicken Vorsitzende Sonja Summ und Jonny Schuler (Zweiter Vorsitzender) auf die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit der Rainbowstars. Nach der gelungenen Premiere des Christopher Street Days (CSD) in Lörrach wählte eine Jury in Stuttgart den schwul-lesbischen Verein im zehnten Jahr seines Bestehens für die Ausrichtung des CSD Südwest im April 2010 aus. Zudem wollen die Rainbowstars der Narrengilde Lörrach beitreten.

"Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in unserer Kleinstadt nun den CSD Südwest ausrichten dürfen", sagt Jonny Schuler. Damit rücke Lörrach für die ganze Region in den Mittelpunkt. Mehrere tausend Besucher, darunter auch Prominente, werden im April in Lörrach erwartet. Die überregionale Ausrichtung des Christopher Street Days bedeute für Lörrach eine größere Umzugsstrecke der politischen Parade sowie zusätzliche Angebote. Zentrum der Veranstaltung mit Auftritten von Bands und Politikern soll der Senser Platz sein. Ebenso wird ein Teil der Tumringer Straße bis Senigallia-Platz gesperrt. "Das gibt mehr Raum und Ruhe für Stände und Beratungsangebote." Doch der CSD soll nicht nur eine Veranstaltung für Homosexuelle sein, sondern vielmehr alle Menschen ansprechen, betonen Schuler und Summ. Deshalb greife Pro Familia auch Themen wie Scheidung, Sexualität und Schwangerschaft auf.

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So bunt und fröhlich die Veranstaltung auch werden soll, das Motto ist mit "Im Gedenken an Paragraf 175 – Liebe ohne (Vor)urteil" brisant und politisch zugleich. Ausgewählt haben die Rainbowstars dieses Motto, weil es laut Schuler auch heute immer wieder Begegnungen mit Menschen gibt, die mit Ablehnung auf Homosexualität reagieren. Neben schillernden Prominenten wie Lilo Wanders oder Selma Kruppschke – auch Nadja von den No Angels ist angefragt – konnte der Lörracher Verein als Schirmherren vor allem Politiker wie Cem Özdemir oder den Heidelberger Bürgermeister Wolfgang Erichsson gewinnen. Zur Eröffnung haben Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm sowie SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger ihre Beteiligung zugesagt.

"Es ist schwer, die Menschen für den CSD in einer Kleinstadt zu begeistern, doch es ist uns gelungen", sagt Schuler. Auf die Premiere im vergangenen Jahr hätten die Rainbowstars viel positive Resonanz erhalten. Auch wollten sich in diesem Jahr noch mehr Menschen trauen, an der Parade teilzunehmen. "Ebenso wie im vergangenen Jahr sind wir davon überzeugt, dass es ein Erfolg wird", sagt Sonja Summ. Noch suchen die Veranstalter Sponsoren und Spender. In Karlsruhe und Stuttgart haben die Mitglieder bereits Geld für den Lörracher CSD gesammelt.

Einen weiteren Erfolg erhoffen sich die Mitglieder in Sachen Fasnacht mit der Aufnahme in die Lörracher Narrengilde. Gespräche mit Jörg Rosskopf werden laut Schuler bereits geführt. Die Rainbowstars überlegen nun, innerhalb des Vereins auch eine Fasnachtsclique zu bilden, um mit den Narren auch außerhalb von Lörrach feiern zu können.

Autor: Maja Tolsdorf