"Alles ist ganz entspannt"

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

So, 13. Mai 2018

Gastronomie

Der Sonntag Ausflugstipp: 36 Weingüter zwischen Ebringen und Weil am Rhein laden zur Markgräfler Weinpromenade.

Ein Wochenende, das ganz dem Wein gewidmet ist: Das veranstaltet der Verein Markgräfler Weingüter noch heute und lädt Kenner und Neugierige dazu ein, eines oder mehrere der 36 Weingüter zwischen Ebringen und Weil am Rhein zu besuchen, die ihre Höfe und Keller für Besucher öffnen. "Bei dieser offenen Jahrgangspräsentation kann jeder ins Weingut kommen, sich umschauen, ganz zwanglos Wein probieren, die Winzer sind vor Ort und beantworten Fragen", sagt Thomas Walz, zweiter Vorsitzender des Vereins, zu dem sich 56 Weingüter im Markgräflerland zusammen geschlossen haben: "Das ist alles ganz entspannt und kostet nichts. Es besteht überhaupt kein Druck zu kaufen, keiner quatscht den Leuten etwas auf." Thomas Walz’ eigenes Weingut in Heitersheim ist natürlich auch mit von der Partie.

Ganz unkompliziert wollen die Winzer den Besuchern Zugang zu ihren Betrieben und Weinen verschaffen und gleichzeitig das Markgräflerland als Ausflugs- und Urlaubsregion für Weinliebhaber und andere Genießer aus ganz Deutschland beleben. Bereits seit Donnerstag steht die Region im Zeichen des Weins. Den Anfang machte der Gutedelwandertag am Himmelfahrtstag von Bad Bellingen, seit gestern nun ist die Weinpromenade geöffnet. Manche Weingüter bieten ein zusätzliches Programm: So ist etwa der historische Schlosskeller, in dem das Staufener Weingut Peter Landmann seine Sekte lagert, zugänglich. Das Weingut Röschard in Weil am Rhein veranstaltet ein Hoffest mit Musik und Jahrgangspräsentation am heutigen Sonntag. Das Weingut Ernst in Wittlingen feiert gleichzeitig sein 25-jähriges Bestehen mit einer Sekt- und Weinbar und einem Ständchen des Wittlinger Gesangsvereins.

Viele Weingüter liegen gar nicht weit auseinander, in manchen Orten wie beispielsweise in Heitersheim, wo sich vier Weingüter beteiligen, können Besucher zu Fuß von Weingut zu Weingut schlendern. Wanderer können einen Teilabschnitt des Markgräfler Wiiwegles zwischen Freiburg und Weil am Rhein laufen und die Weingüter entlang der Strecke besuchen, ebenso bietet sich eine Radtour an. "Wer Spaß hat und wem die Gegend gefällt, kommt vielleicht einmal wieder und kauft Wein bei einem von uns", hofft Winzer Walz.

Der Zusammenschluss der Markgräfler Winzer versteht sich seit über 20 Jahren als Interessensvertretung der Weingüter, veranstaltet gemeinsame Fortbildungen und Weinproben und arbeitet am Profil der Markgräfler Weine. Gemeinsam mit den Markgräfler Winzergenossenschaften ist man seit zwei Jahren dabei, dem Gutedel unter dem neuen Namen Chasselas ein neue Richtung zu geben. Der Chasselas ist ein später geernteter Gutedel, der länger auf der Hefe lagert. Der Säureabbau geht biologisch vonstatten, sechs Monate reift er im Eichenfass. Alle beteiligten Weingüter und Winzergenossenschaften halten sich beim Gutedelausbau an die vereinbarten Eckpunkte. "Der Chasselas ist nicht ein neuer Name für den gleichen Wein, er ist etwas fülliger und cremiger, hat einen Tick mehr Alkohol", erklärt Thomas Walz, der seit kurzem auch der Sprecher der 850 Badischen Weingüter ist. Und dennoch: "Der Gutedel ist nach wie vor unser frischer und fruchtiger Wein mit geringer Säure."

Gabriele Hennicke
Markgräfler Weinpromenade heute, 13. Mai, von 11 bis 18 Uhr. Teilnehmende Betriebe und Programm unter http://www.markgraefler-weingueter.de