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15. August 2017 09:15 Uhr

Zentrum Oberwiehre

Eiscafé "Quo Vadis" muss raus aus dem ZO

Das Eiscafé "Quo Vadis" ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt im Zentrum Oberwiehre in Freiburg. Wegen eines Rechtsstreits müssen die Betreiber das Café schon bald schließen.

  1. Luigi di Nunno mit seiner Frau Anabela Salas Martins und ihrem Sohn Gianluca – sie müssen nun Abschied nehmen. Foto: Rita Eggstein

Rund neun Jahre nach der Eröffnung stellt das Eiscafé "Quo Vadis" im Zentrum Oberwiehre (ZO) den Betrieb wieder ein. Vorausgegangen sind langwierig juristische Auseinandersetzungen mit dem Vermieter. Die Menschen im Umfeld bedauern die Schließung – für nicht wenige war der familiäre Gastronomiebetrieb ein wichtiger sozialer Treffpunkt.

Unüberwindbare Konflikte

Es hatte sich abgezeichnet, nun ist es Gewissheit. Nach neun Jahren endet für das Eiscafé "Quo Vadis" die Zeit im Einkaufszentrum ZO an der Schwarzwaldstraße. Vorausgegangen ist eine juristische Auseinandersetzung zwischen Betreiber Luigi di Nunno (63) und dem Vermieter (die BZ berichtete). Di Nunno kassierte eine Niederlage und muss nun ausziehen. Das Centermanagement und der Vermieter äußern sich allerdings überhaupt nicht zu dem Vorgang. Di Nunno wiederum betont, dass er immer seine Miete bezahlt habe, dass es aber offenbar Bestrebungen gab, ihn loszuwerden, um besser dotierte Mietverträge mit neuen Partnern abzuschließen. "Ich hatte nämlich eine Konkurrenzschutzklausel im Vertrag, die etwa die Ansiedlung einer Bäckereifiliale ausgeschlossen hätte", sagt der Unternehmer. Vordergründig sei es indes um einen Konflikt bezüglich der Bestuhlung auf Allgemeinflächen gegangen.

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Wann genau di Nunno und sein "Quo Vadis" weichen müssen, ist ebenfalls noch strittig. Das ZO beharrt auf 31. August, di Nunno würde gerne erst zum 30. September ausziehen.

Fortsetzung an Oberlinden

"Ich bin sehr froh, dass wir vor 14 Monaten, quasi als Plan B, die Räume in Oberlinden 6 übernommen haben und es dort gut läuft", sagt di Nunno. Dort führt seine Ehefrau Anabela Salas Martins seither ebenfalls ein Eiscafé unter dem Namen "Quo Vadis" – mit zehn Mitarbeitern. Die meisten der acht Mitarbeiter im "Quo Vadis" im ZO dürften indes in den kommenden Wochen ihren Job verlieren, sagt di Nunno mit Bedauern.

"Aus Sicht der Nachbarn und wohl des ganzen Stadtteils ist das Aus für das Eiscafé ein herber Verlust", sagt Ralf Müller, Vorsitzender des Mieterbeirats der Freiburger Stadtbau und Bewohner der unweit gelegenen Knopfhaussiedlung. Das Lokal sei ein lebendiger Treffpunkt fürs Quartier gewesen, gerade auch bei den regelmäßigen Übertragungen von Spielen des SC Freiburg. Karl-Ernst Friederich vom Vorstand des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee sieht das ähnlich.

Autor: Holger Schindler