vegetative Vermehrung

NACHSCHLAG: So wird der Salat unsterblich

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

So, 02. September 2018

Gastronomie

Manch einem wird es schon aus Versehen passiert sein: Man vergisst ein Stück Ingwer oder Chicorée und plötzlich treibt es neue Blätter aus. Dieses Phänomen wird als Regrowing, zu deutsch Nachwachsen, bezeichnet. Dabei handelt es sich um vegetative Vermehrung, bei der die Tochterpflanze die Mutter sozusagen klont. Für die Autoren von "Regrow your Veggies", Melissa Raupach und Felix Lill, ist das weit mehr als eine Kuriosität oder ein Fall für den Biologie-Unterricht – schenkt Regrowing doch Küchenabfällen ein neues Leben. Nachhaltiger geht es also nicht, außerdem spart es Geld, zumindest ein bisschen, denn der gesamte Gemüsebedarf wird sich durch das Nachwachsen meist nicht decken lassen. Ob es sich um den Strunk des Chinakohls handelt, die Würzelchen der Frühlingszwiebel oder die alte Kartoffel, die schon Augen aufweist: Aus ihnen allen können neue Pflanzen wachsen oder – bleiben wir ehrlich – zumindest einige schmackhafte Blätter. Dazu braucht es weder Garten noch Balkon, ein Fensterbrett genügt. Das übersichtlich gegliederte Büchlein gibt Tipps zu Licht und Klima, das die jeweiligen Pflanzen bevorzugen. Neben Kräutern von Basilikum über Minze bis Koriander sind auch Gemüse wie Rote Bete oder Stangensellerie recht pflegeleicht in der Nachzucht, andere wie Süßkartoffel oder Kurkuma verlangen mehr Geduld. Sogar aus einem Ananasstrunk könne mit etwas Glück und viel Zeit eine Minifrucht wachsen, versichern die Autoren. Im letzten Kapitel geben Melissa Raupach und Felix Lill, die im Internet das digitale Gartenmagazin Plantura (www.plantura.garden) betreiben, zudem Ratschläge, was bei Mehltau, Blattläusen oder Schimmelpilzen zu tun wäre. Wer das Regrowing versucht, der könnte auf den Geschmack kommen. Kinder werden über das Wachstum staunen und merken, dass Selbstgezogenes am allerbesten schmeckt. sir
Regrow your Veggies, Gemüsereste endlos wachsen lassen, von Melissa Raupach und Felix Lill, Ulmer, 14,95 Euro.