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15. August 2017 16:40 Uhr

Trend

Röllchen aus Eis erobern von Weil am Rhein aus die Region

Ice Cream Rolls sind der Hit des Sommers. Vor drei Monaten hat Curly’s Ice Dreams in Weil am Rhein eröffnet. Nun können sich der Eisladen und seine zwei Foodtrucks vor Andrang kaum retten.

  1. von Weil am Rhein aus erobert Curly’s Ice Dreams die Region Foto: Marie Suhm

Die Entstehung jeder Portion Eiscreme ist ein eigenes kleines Schauspiel: Ein Mitarbeiter gibt Milch, Früchte und Schokolade auf die minus 30 Grad kalte Eisenplatte, in Sekundenschnelle hat er alles mit zwei Spachteln zerhackt. Im nächsten Augenblick ist die Textur schon hauchdünn ausgestrichen und zu Eis gefroren. Die Zeit läuft – denn wenn die Mischung zu kalt wird, schmeckt das Eis weniger gut. Mit einem geübten Griff setzt er den Spachtel am unteren Ende der Eisfläche an, schabt nach vorn und wie durch Zauberhand überschlägt sich die Masse zu feinen Röllchen, die dann im Eisbecher landen und mit Sahne oder Marshmallows, Schokosoße oder Browniebröseln getoppt werden.

Die Ice Cream Rolls scheinen sich so schnell zu verbreiten wie sie gemacht sind: Drei Monate gibt es den Eisladen Curly’s samt seinen zwei Foodtrucks erst, doch schon jetzt häufen sich die Anfragen für Hochzeiten und Firmenfeste. Auf Foodtruck-Festivals betrage die Wartezeit nicht selten bis zu anderthalb Stunden, berichtet Roby Haile, Gründer und Chef von Curly’s Ice Dreams, stolz: "Wir müssen die Schlangen am Abend abbrechen." Inzwischen beschäftigt er zehn Mitarbeiter. Da der Freiburger in der Stadt keinen Standort fand, hat er seinen Laden in Weil am Rhein eröffnet.

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"Ich habe lange getüftelt und nach der perfekten Eismischung gesucht" Roby Haile, Gründer von Curly’s Ice Dreams
Den Eis-Trend hat Haile im Urlaub in Thailand entdeckt und war sofort begeistert. Entstanden sind die Röllchen dort aus der Not heraus, als Salmonellen in den Milchprodukten die Hersteller zwangen umzudenken und alles à la minute zuzubereiten. Als er durch Zufall eine Kühlplatte von einem Freund bekommen konnte, griff er zu, denn auf dem Markt seien diese Platten bisher in Deutschland nur schwer erhältlich. Ein halbes Jahr brauchte er, um dem Geheimnis der Eisrollen auf die Spur zu kommen: "Es war hartes Training, ich habe lange getüftelt und nach der perfekten Eismischung gesucht", erzählt er. Inzwischen brauche er nur noch zweieinhalb Minuten, um ein Eis zuzubereiten.

Rund 30 Zutaten stehen zur Auswahl

Die Basis stellt dabei eine Milch-Sahne-Mischung dar, im zweiten Schritt kann man unter rund 30 Zutaten wählen, die entweder zerkleinert in die Eismasse kommen oder als Topping darüber. Curly’s bietet zehn verschiedene Eis-Variationen an von Oreo-Erdnuss-Erdbeer bis zu Mango-Kokos-Raffaelo. Natürlich kann man sich auch selbst ein Eis kreieren: Zur Wahl stehen Brownies, Nutella, Kinder-Bueno, Marshmallows, Nüsse und ein saisonales Angebot an Früchten. Alles wird frisch vor den Augen des Kunden und individuell nach seinen Wünschen zubereitet. Und das kommt an: "Die Kunden wissen unsere harte Arbeit zu schätzen", sagt Roby Haile. Tatsächlich wirkt das Spachteln fast wie Sport, die kurzen, harten, gezielten Abläufe verlangen den Mitarbeitern einiges an Kraft ab. Dass die Röllchen bei der Intensität der Aromen nicht mit den Kugeln aus einer italienischen Eisdiele mithalten können, scheint die Kunden nicht zu stören.

"Werbung war kaum nötig", sagt Haile. Schließlich macht sich so ein Eis-Foto oder -Video hervorragend in den sozialen Netzwerken. Auch im Fernsehen war Curly’s bereits, auf "KiKa" etwa und auf "RTL2" – der Sender berichtete, als Haile mit dem Truck im Münchner Club P1 auftrat.

Eine vegane Variante soll bald kommen

Im Dezember will Roby Haile mit einer veganen Variante auf Soja-Drink-Basis und laktosefreiem Eis starten. Für Sportler ist ein Protein-Eis mit Erdnüssen und Walnüssen in Planung. Für Heimat-Liebhaber soll es ein Schwarzwald- oder ein Käsekuchen-Eis geben, das dann mit echter Schwarzwälderkirschtorte oder Stefans Käsekuchen gemacht wird. Außerdem soll bald eine Curly’s-Filiale in Freiburg eröffnet werden.
Quelle: Dieser Artikel ist zuerst am 13.08.2017 in unserer Wochenzeitung "Der Sonntag" erschienen.

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Autor: Marie Suhm (Der Sonntag)