Mit Stromposcht bstellt

LUEGINSLAND: Hebel antiquarisch

Friedel Scheer-Nahor

Von Friedel Scheer-Nahor

Sa, 06. Mai 2017

Kolumnen (Sonstige)

Diä Zitt honi diä "Allemannische Gedichte" vum Johann Peter Hebel veschenke welle. Jetz, wuher nämme un nit stähle? Natirlich gits es si nagelnej im Buechlade. Aber s isch doch viel scheener in ere eltere Üsgab mit Goldschnitt un Bildli, wu aim s Herz wärme. Also, honi denkt, in Friburg mueß mr des bstimmt antiquarisch kriäge. Do bini aber ufem Holzwäg gsi. Un des no nit emol, wil mr am Hebel sini Gedichter nimmi liest. Im Gegeteil! In einere vu dene Biächerstube, het mr de Vekaifer gsait, dodeno brüchtigt er gar nit luege. Des Buech isch nit do, des weiß er üswendig. Jedi Woch dej do gfrogt were. Un de Kolleg het vu hinte rüs Bscheid gää, in ere hochditsche Ibersetzung sejs no do, aber des wär in Friburg jo e Witz. Ich honem Rächt gää, aber im Stille denkt, mr miäßts druf okumme loo.
Fir de Hebel, wu ibrigens am 10. Mai vor 257 Johr uf d Wält kumme isch, hets mi aber gfrait. Wenn der des wisst, dass es um sini Gedichter hitt noch so e G’riss git? Ich glaüb, er dät sinem Frejnd Hitzig nomol schriibe: "Ich kann in gewissen Momenten ... unbändig stolz werden, und mich bis zur Trunkenheit glücklich fühlen, daß es mir gelungen ist unsere sonst so verachtete und lächerlich gemachte Sprache classisch zu machen, und ihr eine solche Celebrität zu ersingen." Wenn er jetz noch erfahre dät, dass si Buech hitt mit de Stromposcht bstellt were kann un vu de motorisierte Poschtkutsch an d Dire brocht wird, däts em wahrschiints rüsfahre: "Potztausig. De chasch’s nit glaube."