Front National

Marion Maréchal-Le Pen: Die Nichte wartet auf ihre Stunde

Axel Veiel

Von Axel Veiel

Do, 08. März 2018 um 09:34 Uhr

Ausland

Marion Maréchal-Le Pen galt als politische Hoffnung des rechtspopulistischen Front National. Nach dem Wahldebakel hat sie sich eine politische Auszeit genommen. Bald könnte sie zurückkommen.

Sie ist wieder da. Nicht, dass die von dem Rapper Youssoupha als "Enkelin des Teufels" besungene Marion Maréchal-Le Pen Frankreichs Rechtspopulisten leibhaftig erschienen wäre oder ihr Erscheinen auch nur angekündigt hätte. Die 28-Jährige wahrt vielmehr zu ihren früheren Mitstreitern vom Front National einschließlich ihrer Tante Marine Le Pen Distanz. Nach dem kläglichen Auftritt der FN-Chefin Marine Le Pen im TV-Duell mit Staatschef Emmanuel Macron und der folgenden Niederlage bei den Präsidentschaftswahlen hatte sich die Nichte im Mai eine "Auszeit von der Politik" ausbedungen.

Maréchal-Le Pen gilt als Hoffnung der französischen Rechtspopulisten

Doch wenn die FN-Mitglieder jetzt ihren Parteitag ausrichten, wird Maréchal-Le Pen allgegenwärtig sein. Die einst jüngste Abgeordnete der französischen Nationalversammlung zählt nun einmal zu dem Wenigen, was Frankreichs frustrierten Rechtspopulisten Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht. Ihrer Bedeutung bewusst, wartet Maréchal-Le Pen geduldig auf ihre Stunde. Die aufstrebende Juristin hat Zeit. Bei den Präsidentschaftswahlen 2022 wird sie 32 Jahre alt sein. Sie will sich christlich-wertkonservativer und unternehmerfreundlicher ausrichten, ohne am Kampf gegen Immigration und EU Abstriche zu machen. Sie werde die Basis für eine geeinte Rechte legen, hat Maréchal-Le Pen Ende Februar angekündigt und stellt die Gründung einer Akademie für Politikwissenschaften in Aussicht. Die Kulturrevolution, zu der Marine Le Pen am Wochenende auf dem FN-Parteitag aufrufen will – die Nichte bereitet sie von langer Hand vor.