FRAGEN SIE NUR!: Die Luft macht’s

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 23. Dezember 2017

Fragen Sie nur

Warum waren Insekten früher viel
größer als heute?

Er konnte bis zu 60 Beine haben und mehr als drei Meter lang werden: Der Riesenhundertfüßler Arthropleura lebte vor etwa 300 Millionen Jahren auf der Erde und hätte in unseren Tagen das Zeug zum Protagonisten in einem Horrorfilm. In den Nebenrollen: eine Libelle mit mehr als einem halben Meter Flügelspannweite und der Riesenskorpion Megarachne mit einer Körperlänge von 34 Zentimetern. Dass die Tierwelt im Karbon-Zeitalter teilweise so gigantisch war, hängt Wissenschaftlern zufolge mit dem damals deutlich besseren Sauerstoffangebot zusammen. Während dieser Periode der Erdgeschichte bestand die Erdatmosphäre bis zu rund 35 Prozent aus Sauerstoff, heute sind es lediglich 21 Prozent. Insekten und Tausendfüßer atmen nicht über eine Lunge, sondern über sogenannte Tracheen. Das ist ein feines Netz aus Luftröhrchen, die überall im Körper verteilt sind und die einzelnen Körperteile mit Sauerstoff versorgen. Gelangt mehr Sauerstoff in den Körper, weil die Luft gehaltvoller ist, kann der Körper mehr wachsen. Ist er geringer, sind dem Wachstum deutliche Grenzen gesetzt, umso mehr, wenn der Sauerstoff nicht über das Blut zu Muskeln und Geweben transportiert werden kann. Den Niedergang der Rieseninsekten schreiben Wissenschaftler aber noch einer zweiten Entwicklung zu: Vor rund 150 Millionen Jahren begannen sich die Vögel herauszubilden. Um nicht als Mittagsimbiss in einem Schnabel zu enden, mussten die Insekten schneller und wendiger werden.

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