Ablenkungsmanöver

MOMENT MAL: Osterhase mit neuem Job

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Di, 03. April 2018

Liebe & Familie

Dass sich meine angehenden Grundschulkinder nicht für das österliche "Urbi et orbi" des Papstes interessieren würden, war abzusehen. Trotzdem versuchte die Oma vor einigen Jahren, ihre Enkel mit der Fernsehübertragung aus dem Vatikan davon abzuhalten, in den Garten zu schauen. Dort versteckte in der Zwischenzeit der Osterhase bunte Eier und Schokolade. Die Kinder konnten ihre Neugier aber nicht unterdrücken und fanden Wege, um aus dem Fenster zu spickeln. Plötzlich die Erkenntnis: "Die Tante Moni ist der Osterhase." Seitdem ist klar, wer am Ostersonntag durch den Garten tigern und sich knifflige Verstecke für die mittlerweile schon recht großen Kinder überlegen muss: meine Schwester Moni.

So war das bis jetzt. Aber in unserer Osterhasenzunft steht ein Generationenwechsel an. Tante Moni war dieses Jahr wahrscheinlich das letzte Mal Osterhase: Ihr dicker Bauch lässt vermuten, dass sie in Zukunft eher mit einem Ablenkungsmanöver für ihr eigenes Kind beschäftigt sein wird, während der Osterhase durch den Garten hoppelt. Die "Urbi et orbi"-Taktik der Oma hat schließlich nicht so gut funktioniert. Dann wiederum wird ein Job frei. Meine Kinder könnten sich also als Nachwuchsosterhasen versuchen und möglichst unauffällig durch den Garten huschen. So lange, bis das neue Familienmitglied den ganzen Zauber durchschaut haben wird.