Sulzburg

Rentenkasse informiert Rentnerpaar auf 13 Seiten über Mini-Nachzahlung

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 27. Dezember 2017 um 20:52 Uhr

Südwest

Wie eine Rentenkasse trotz guter Botschaft die Empfänger verärgert hat.

In Zeiten schrumpfender Zinsen sind Bescheide von Rentenversicherungen nur mehr selten Quelle reiner Freude, aber das gilt auch für diejenigen, die auf die gesetzliche Rente vertrauen müssen. In dieser düsteren Stimmung könnte eigentlich eine Mitteilung der Rentenkasse, die mehr Geld verspricht, eine Aufhellung bewirken. Hat sie aber bei einem Sulzburger Ehepaar eher nicht.

Das mag man im ersten Schritt als Undankbarkeit empfinden gegenüber der verantwortlichen Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, quasi der Betriebsrentenkasse des öffentlichen Dienstes. Denn die Menschen in deren Büros haben vermutlich tagelang daran gearbeitet, um so penibel und kompliziert, wie es vermutlich Recht und Gesetz nun einmal verlangen, alles darzulegen.

Am Ende ist ein immerhin dreizehnseitiges Schreiben herausgekommen, in dem ausführlich dokumentiert ist, was man alles bedacht, gegengecheckt, hin- und hergerechnet hat. Dabei ging es in diesem neuen Rentenbescheid am Ende nur um eine Nachzahlung.

Fünf Monate lang war laut Neuberechnung die tatsächlich gezahlte Betriebsrente zu niedrig ausgefallen.

Was es gekostet hat, dieses umfassende Schreiben zu erstellen, ist schwer zu kalkulieren, zumal ungewiss ist, wie viel Textbaustein, wie viel frischer Text ist. Doch um eine Größe zu nennen: Je nach Position des Bearbeiters veranschlagt man pro Stunde im öffentlichen Dienst Baden-Württembergs zwischen 47 und 75 Euro. Und ein paar Stündchen werden schon zusammengekommen sein.

Doch lassen wir diese Kosten – sie würden nur verwirren. Das betroffene Ehepaar hat sich damit auch nicht eingehend befasst, sondern sich nur das Porto – 1,45 Euro wegen erhöhten Gewichts – für den dicken Brief näher angeschaut, der über die Nachzahlung informierte. "Diesen Betrag überweisen wir in den nächsten Tagen", heißt es großzügig in dem Schreiben der Versorgungsanstalt. Welchen Betrag, wollen Sie nun wissen?

Ein Siebtel des Portos: 20 Cent.