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29. April 2017

Unterm Strich

Der Bürohund hat das Potenzial zum Wahlkampfthema

Wauwow!

Man trifft ihn gelegentlich auch in einem Büro im Pressehaus der Badischen Zeitung an: den Hund. Sogar der Chef bringt seine Kumpels mit der kalten Schnauze mit. Gelegentlich. Regeln braucht es dafür keine. Bello und Co. verkrümeln sich für gewöhnlich in eine Ecke und heben allenfalls interessiert den Kopf, wenn ein Besucher den Raum betritt.

So weit, so einfach.

Denn das Beziehungsgeflecht zwischen Mensch und Hund ist nicht weniger komplex als jenes zwischen Mensch und Mensch. Will heißen: Für den einen ist der Vierbeiner der denkbar beste Freund, für den anderen eine tief verachtete Töle. Und zwischen diesen beiden Extremen findet sich jede nur denkbare Facette von Zu- oder Abneigung.

Wo Emotion im Spiel ist, ist der Zoff nicht weit. Das gilt natürlich auch und gerade für den Bürohund. Denn nicht jeder Kollege mag sich beschnuppern oder gar abschlecken lassen, den einen ekelt es vor Hundehaaren, den anderen packt schlicht die Furcht vor den Nachfahren des Wolfs.

Bürohunde haben keine Lobby! Von wegen: Der Bundesverband Bürohund e. V. mit Sitz (wo auch sonst?) in Berlin wirbt nicht nur mit dem Slogan "Dog-In statt Burn-Out", nein, er hat auch ein orthopädisches Bett für Bürohunde mit entwickelt und preist in höchsten Tönen die positiven Auswirkungen der Wauwaus auf das Betriebsklima. Und wer Fiffi mit an den Arbeitsplatz bringen will, der wird von hier aus mit wohlfeilen Argumenten munitioniert.

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Wir finden: Das Thema gehört zwingend in den Mittelpunkt des Wahlkampfes gerückt. Wer macht sich endlich stark für flächendeckende Hutas (Hundetagesstätten) und Hundegattensplitting, für ein Recht auf Hundeteilzeit, einen Hundebeauftragten in jedem Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern und katzenberuhigte Zonen?

Spaß beiseite: Wie wäre es denn, einfach mal mit dem Kollegen zu reden. Wetten, dann klappt’s auch mit dem Hund.

Autor: kerl