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13. Juni 2012

Wahl in Schleswig-Holstein

KOMMENTAR: Besonnener Anfang

Der Anfang lässt hoffen. Es waren nur wenige Worte, die Schleswig-Holsteins neuer SPD-Ministerpräsident Torsten Albig nach seiner überzeugenden Wahl sprach. Aber, und das kommt im Kieler Parlament so häufig nicht vor, es waren die richtigen. Der Ton versöhnlich, die Geste freundlich, die Melodie humorvoll. Albig ist ein geschickter Politiker, der im Eiltempo nach oben gekommen ist. So wie es ihm gelang, den unbeliebten SPD-Chef Ralf Stegner zu überflügeln, zu zähmen und dann einzubinden in sein Wahlsieg-Gesamtkunstwerk, so geht er jetzt auf die CDU und die FDP zu. Albig will offensichtlich Schluss machen mit den Zeiten, als man im Kieler Landtag nicht Politik machte, sondern Gegner beleidigte. Anders wird es auch nicht gehen. Das Land steht vor Problemen, die nur mit großen Mehrheiten gelöst werden können. Egal, ob es die Sanierung der maroden Staatsfinanzen ist, eine vernünftige Schulplanung oder die Energiewende und das Verlegen neuer notwendiger Stromtrassen. Albigs große Aufgabe wird es sein, für die schwierigen Debatten das sachliche, eher skandinavisch anmutende Gesprächsklima zu schaffen. Der besonnene Anfang ist gemacht.

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Autor: Bernhard Honnigfort


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