Skaten auf dem Platz

MÜNSTERECK: Noch eins oben drauf

Sina Schuler

Von Sina Schuler

Do, 07. Dezember 2017

Freiburg

So strahlend wie zu seiner Eröffnung im August sieht der Platz der Alten Synagoge längst nicht mehr aus. Was im Sommer die vielen Menschen auf dem Platz ein wenig kaschierten, fällt im Winter stärker auf. An den Flecken auf den hellen Granitplatten scheitert auch die eigens angeschaffte Kehrmaschine immer wieder. Die Holzpodeste sind mit Edding beschmiert, an manchen Stellen ist ein Stück Holz herausgebrochen. Das alles ist schon ärgerlich genug, und nun kommt das nächste Kapitel in einer unendlichen Geschichte. Die dunklen Streifen an den Steininseln sind mehr als eine "normale Nutzungserscheinung", wie es der Vorsitzende des Skateboard-Vereins formuliert. Bei jedem Grinden wird ein wenig mehr Stein abgerieben – also eher Sachbeschädigung als Schönheitsfehler. Die Podeste sind nicht dafür gemacht, dass Skateboarder an ihren Kanten entlangschrammen. Daher ist es richtig, dass die Stadtverwaltung das gedankenlose Gleiten unterbinden will. Für die Skater dürften die Regelungen einem Verbot gleichkommen. Zumal das Rathaus auch das "ständige Klacken" beenden will. Einen Kompromiss zu finden, wird schwierig. Wenn Tricks – weil zu laut oder zu zerstörerisch – nicht erlaubt sind, ist der Platz für Skateboarder nicht mehr attraktiv. Der Spaß einer kleinen Nutzergruppe darf trotzdem nicht über den Interessen der Mehrheit stehen.