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28. Januar 2015

Tagesspiegel

Pflegeberufe: Es fehlt an Wertschätzung

Deutschland altert. Diese Einsicht ist zugegeben alles andere als neu. Umso mehr erstaunt, wie sehr es vielerorts daran hapert, die Lehren aus dieser Einsicht zu ziehen. Dass zum Beispiel in Sachsen-Anhalt Fachkräfte nur etwa 1740 Euro im Monat verdienen, macht den Beruf nicht gerade attraktiv. Genau das aber muss er werden, wenn überall gelingen soll, was im Zuge des demografischen Wandels unentbehrlich ist: Mehr Menschen für einen Pflegeberuf zu gewinnen, in dem möglichst viele dann möglichst lange in Vollzeit tätig bleiben. Davon sind gerade die ostdeutschen Bundesländer weit entfernt. Fast die Hälfte der in Teilzeit beschäftigten Fachkräfte arbeitet dort nur deshalb nicht mehr, weil keine Vollzeitstellen in der Altenpflege angeboten werden. Geradezu grotesk ist die Lage in Berlin. Während die Landesregierung Unsummen für den Flughafen-Torso ausgegeben hat, schafft sie erst jetzt das Schulgeld in der Pflegeausbildung ab. Für eine Regierung, die seit 14 Jahren von Sozialdemokraten geführt wird, ist das bemerkenswert unsozial und kurzsichtig. Neben dem finanziellen Aspekt geht es aber auch darum, der Pflege endlich die Wertschätzung zu zollen, die sie verdient. So wichtig wie das Einkommen ist eben auch die gesellschaftliche Anerkennung. Doch wer wie manche Medien und der Sozialverband VDK weiterhin das Zerrbild einer angeblich zutiefst menschenunwürdigen Pflege zeichnet, erreicht nur das Gegenteil.

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Autor: Bernhard Walker