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20. Februar 2015

Zuwanderung nach Deutschland

Tagesspiegel: Kurzsichtige Furcht

Es kommen immer mehr: Arbeitsmigranten, Armutsflüchtlinge, Asylbewerber. Dass sie nach Deutschland wollen, kann nicht verwundern. Deutschland hat Arbeit und braucht Fachkräfte, das hat sich bis in die hintersten Winkel Afrikas herumgesprochen. Doch aus dieser Gegend wollen viele Deutsche keine Zuwanderer, so lautet die Bilanz einer Umfrage der EU-Kommission. Eine Überraschung ist auch das nicht. Deutschland tut sich oft schwer mit Fremden, auch wenn die aktuelle Hilfswelle gegenüber syrischen Flüchtlingen ein scheinbar anderes Bild ergibt. Denn seien wir ehrlich: Der fleißige Pole ist akzeptiert, die traumatisierte Familie aus Aleppo auch. Aber der junge Mann aus Somalia oder dem Sudan? Die Furcht vor ihm ist zu respektieren, auch wenn sie nicht immer rational begründet ist. Doch die Ablehnung ist kurzsichtig. Deutschland wird künftig aus demografischen Gründen noch viel mehr Menschen brauchen – für das Handwerk oder die Pflege beispielsweise. Weil aber viele Einwanderer aus europäischen Ländern wohl nur so lange bleiben werden, bis sich die Situation in ihrer Heimat wieder bessert, werden wir uns um Zuwanderer auch außerhalb der EU bemühen müssen. Ein eigenes Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen, wäre daher vernünftig – mit klaren Vorgaben, wen wir brauchen. Das kann dann auch der junge Mann aus Somalia sein – denn oft fliehen aus hoffnungslosen Staaten gerade die qualifizierten, kritischen Geister.

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Autor: Frauke Wolter