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04. Februar 2012

Energieeffizienzverpflichtung der EU

Hier wurde das Spiel über Bande nicht erkannt

Zu: "Wenn der Klimaschutz unnötig teuer wird", BZ-Gastbeitrag von Lüder Gerken (Politik, 28. Januar):

  1. Strom als Geschäft Foto: dpa

Der Handel mit Emissionsrechten ist mitnichten so erfolgreich, wie in dem Beitrag erwähnt. In vielen Fällen ist es lukrativer, die mit hohem Energieverbrauch verbundenen Fertigungsschritte aus dem Gebiet der EU in Länder zu verlagern, die nicht am Zertifikatehandel teilnehmen. Das reduziert neben der Abgabenbelastung meist die Personalkosten. Arbeitsplätze können hierzulande abgebaut werden.

Zudem werden in Asien gezielt extrem klimarelevante Kühlmittel produziert, nur um sie im CDM-Verfahren gegen entsprechende Zertifikate wieder zu zerstören. Ist die Nachfrage nach Zertifikaten zu gering, werden die Kühlmittel auch nicht produziert. Dieses Vorgehen ist bekannt und soll im kommenden Jahr so nicht mehr möglich sein. Bis dahin kann sich die verbliebene deutsche Kraftwerkswirtschaft bei Bedarf noch kostengünstig mit Zertifikaten eindecken. Dass die jährliche Absenkungsverpflichtung für den Stromverbrauch der privaten Endkunden ein Spiel über Bande ist, hat Herr Gerken leider auch nicht erkannt. EVU, die die Absenkungsvorgaben nicht erreichen, müssen empfindliche Strafen zahlen, welche auf den Strompreis der Kunden aufgeschlagen werden und den Strom weiter verteuern. Im Lauf der Zeit wird Strom aus dem Netz so teuer, dass PV ohne Einspeisung interessant wird: ein geradezu faustischer Plan.

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Autor: Christoph Jehle, Freiburg