Lesermeinung

Hildegard Morath ( Münstertal)

Von Hildegard Morath ( Münstertal)

So, 09. September 2018

Leserbriefe

WINDK RAFT

ZUM ARTIKEL "WIR MÜSSEN NOCH ORDENTLICH ZULEGEN" VOM 22. JULI:

Weitere Windräder führen in die Sackgasse

Trotz der fast 30 000 Windräder in Deutschland ist der CO2-Ausstoß nicht zurückgegangen! Mit dem Ausbau der Windenergie sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, wo bei starkem Wind der Überschuss aus den Windanlagen kostenpflichtig in die Alpenländer entsorgt werden muss, die damit ihre Pumpspeicher-seen füllen. Bei der nächsten Flaute löhnt Deutschland abermals – beim Rückkauf!

Unsere Speichertechnologien stecken noch nicht einmal in den Kinderschuhen – die Umwandlungsverluste von Power-to-Gas betragen zwischen 60 und 70 Prozent! Deshalb ist momentan jede neu gebaute Windkraftanlage kontraproduktiv – die vielen Milliarden aus unserer Zwangsabgabe "EEG-Umlage" (wir haben den höchsten Strompreis Europas!) sollten lieber in die Erforschung effektiver Speichertechnologien investiert werden. Darüber hinaus ist unser BaWü das windschwächste Bundesland – hier noch Windräder in den Wald zu stellen, die sogar kostbarstes Quell-Trinkwasser gefährden (und keines der Gutachten schließt dies aus!) wie auf der Münstertäler Breitnau, dient nur den Subventionsrittern.

Ralf Zähringer von der Umweltordnungsbehörde Freiburg sei herzlich gedankt, dass er endlich neue Wege zur C02-Vermeidung anspricht: Regional kaufen und den Fleischkonsum verringern. Man könnte noch vieles hinzufügen: Keine Billig- und Vielfliegerei, SUV nur, wo sie wirklich gebraucht werden, Wäscheleine vor Wäschetrockner... Weitere Windräder führen, außer für Investoren, in die Sackgasse! Hildegard Morath, Münstertal



ZUM ARTIKEL "ENDE DER FLAUTE" IN DER AUSGABE VOM 26. AUGUST:

Windkraft ist unsinnig ohne Speicherung

Das EEG regelt klar, dass windschwache Standorte ein Doping, also einen Stützwert, basierend auf Korrekturfaktoren von bis zu 29 Prozent des bei der Ausschreibung erfolgreichen Zuschlagswerts erhalten. Andreas Markowsky verschweigt dies als geübter Subventionsritter geflissentlich und verlangt von Minister Untersteller weitere Subven-tions-Vorstöße. Als Energiefachmann sollte ihm aber bekannt sein, dass die gesamte volatile Windkraft ohne Speichermöglichkeit unsinnig, weil naturzerstörend und unmenschlich ist. Es läge in der Verantwortung der hoffentlich noch nicht komplett der Zensur beziehungsweise der sogenannten Political Correctness zum Opfer gefallenen Presse, vor Publikation solcher Artikel besser zu recherchieren.
Ueli Joss, Stühlingen


SEENOTRETTUNG

ZUM ARTIKEL "LIBYEN IST DIE HÖLLE" IN DER AUSGABE VOM 19. AUGUST:

Den Schleusern zur Hand gegangen

Zum einen die Frage: Wenn Libyen die "Hölle" ist, warum sind dann die Boote eigentlich nicht voller Libyer? Zum Zweiten sei die Feststellung erlaubt, dass die Migranten freiwillig und eigenverantwortlich nach Libyen gereist sind. Und abschließend, Herr Janssen: Aufgrund des Wissens, dass die Migranten direkt vor den libyschen Gewässern von (Taxi)-Schiffen wie der Sea Watch in Empfang genommen worden sind, sind die Schlauchboote "hoffnungslos überfüllt" und mit "viel zu wenig Sprit" von den Schleusern losgeschickt worden. Schön, dass die "Retter" damit den Schleusern bei der Gewinnmaximierung zur Hand gehen … Robert Grabusic,

Ehrenkirchen


LINKE

ZUM ARTIKEL "EIN RISKANTES SPIEL" IN DER AUSGABE VOM 12. AUGUST:

Aufstehen oder Untergehen

Dass die Funktionäre und Mandatsträger von SPD, Linkspartei und Grünen ganz überwiegend ablehnend auf die von Sarah Wagenknecht u.a. initiierte Sammlungsbewegung "Aufstehen" reagieren, war zu erwarten und ist insofern nicht überraschend. Sie verweigern einfach den Blick darauf, dass der Sozialstaat, an dessen Aufbau und Ausbau die demokratische Linke entscheidenden Anteil hat, durch die unkontrollierte Zuwanderung in die Sozialleistungssysteme gefährdet ist. Das mag die Grünen wegen der Sozialstruktur ihrer Wählerschaft weniger schrecken. Verblüfft und entsetzt schaue ich aber als alter Sozialdemokrat auf die SPD und die Linkspartei. Wenn da nicht endlich selbstkritische Nachdenklichkeit einzieht, wird sich die Abwanderung der Wähler in die Wahlenthaltung oder zur AfD fortsetzen und beschleunigen. Aus der "breiten Ablehnung" der Sammlungsbewegung "Aufstehen" durch die Funktionäre kann dann leicht eine breite Ablehnung von SPD und Linkspartei durch ihre angestammten Wähler werden. Allein die SPD hat bei der letzten Bundestagswahl 500 000 Stimmen vor allem in Wahlbezirken mit hohem Arbeiteranteil in westdeutschen Großstädten – früher Hochburgen der SPD! – an die AfD verloren. In Ostdeutschland ist die AfD schon heute (leider) die Partei der Arbeiter geworden. Mir scheint, es geht da jetzt um "Aufstehen" oder "Untergehen". Ein Blick auf die Wahlergebnisse der Sozialistischen Partei in Frankreich oder der sozialdemokratischen Parteien in den Niederlanden oder neuerdings auch in Italien zeigt, dass es inzwischen um die Existenz der demokratischen Linken in Europa geht.
Peter Fleiner,

Vizepräsident des Sozial- gerichts a.D. Waldkirch


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