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14. November 2017

Fussball

Man kann den Fußball kaputtmachen

Zu: "Der Mann im Ohr spielt (übel) mit", Beitrag von René Kübler (Sport, 30. Oktober):

Christian Streich war sprachlos, fassungslos. Und nicht nur er.

Ein neues Hilfsmittel, erfunden von einem Gremium zuständiger, aber weltfremder Protagonisten, hat dafür gesorgt, dass am Sonntag ein Fußballderby nach 13 Minuten eine Vorentscheidung erfuhr. Nach einem äußerst fragwürdigen Videobeweis (so heißt diese fußballneuzeitliche Erfindung) verließ ein sichtlich geknickter Freiburger Abwehrspieler das Spielfeld, und zehn total frustrierte SC-Spieler standen für den Rest des Spiels einer schwäbischen Übermacht eigentlich chancenlos gegenüber. Das konnte in ganz Fußballdeutschland niemand gut finden. Es sei denn, er handelt sich um eingefleischte VfB-Fans. Bis zu diesem Zeitpunkt spielte der SC auf Augenhöhe, hatte mehr Ballbesitz. Und wer weiß, wie das Spiel letztendlich ausgegangen wäre... Dass im fernen Köln ausgerechnet ein "Unparteiischer" das Spiel unterbrach und für eine Aufhebung des Gleichgewichts sorgte, der in früheren Jahren – wie berichtet – als Linienrichter auch schon mal die Hand offen gehalten hat (zur Erinnerung: Hoyzer-Skandal 2004), das verleiht dem Ganzen eine zusätzliche, pikante Note.

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Man kann den Fußball kaputtmachen: Durch ständige Regeländerungen, durch technische Neuerungen, durch so genannte Fans, die einem den Aufenthalt in den Stadien vermiesen können, durch internationale Transferleistungen, die jenseits jeglicher menschlicher Vorstellungskraft liegen (langsame Annäherung an die Milliardengrenze!), und durch Funktionäre, die wenig dazu beitragen, dass der unvoreingenommene Betrachter an die Sauberkeit des Fußballs glauben mag. Man möchte sich in Grauen abwenden. Ein Wunder, dass – trotz allem – die Stadien noch voll sind. Aber wie lange noch?
Rudolf Rapp, Pfaffenweiler

Autor: Rudolf Rapp, Pfaffenweiler