Dienstpflicht

Überlegen, ob Ältere für gemeinnützige Arbeiten eingesetzt werden könnten

Gerhard Rieger

Von Gerhard Rieger (Schopfheim)

Sa, 11. August 2018

Leserbriefe

Zu: "Soll es in Deutschland eine Dienstpflicht geben?" Pro und Contra von Sebastian Kaiser und Thomas Fricker (Politik, 8. August)
Gerne werden Probleme von Politikern und Stammtischdiskutanten auf die junge Generation abgewälzt.

Einerseits wird zu Recht immer wieder betont, dass die Altersvorsorge nur durch eine längere Lebensarbeitszeit zu gewährleisten sein wird, andererseits wird alles getan, diese Lebensarbeitszeit zu verkürzen: Abschaffung des G8 und Wiedereinführung des G9 anstatt die Lehrpläne zu entrümpeln (auch in einer noch so langen Schulzeit kann nicht alles vermittelt werden); Einführung des amerikanischen Studiensystems (Bologna) mit Bachelor und Master und Regelstudienzeiten von sechs plus vier – also zehn – Semestern gegenüber dem früheren Diplomstudium mit acht Semestern.

Jetzt sollen die jungen Leute noch ein einjähriges Dienstpflichtjahr absolvieren müssen, um Mängel bei der Pflege und bei der Bundeswehr zu beheben.

Gleichzeitig suchen Industrie und Handwerk teilweise händeringend nach Nachwuchskräften und Berufseinsteigern. Mit dem Dienstpflichtjahr ginge diesen ein ganzer Jahrgang verloren.

Stattdessen sollte man lieber überlegen, ob nicht Ältere in ihrem ersten Rentenjahr für gemeinnützige Arbeiten eingesetzt werden könnten. Die Älteren hätten ihre Rente und die Jungen könnten schon etwas verdienen und Steuern und Sozialbeiträge entrichten.

Gerhard Rieger, Schopfheim