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20. Juli 2012

Mister Tischtennis

An der Platte fühlt sich Manfred Kaiser sein Leben lang wohl.

  1. Manfred Kaiser im Kreise des Tischtennis-Nachwuchses. Foto: Eva Korinth

  2. Aus dem Effeff beherrscht Manfred Kaiser die Kunst, den Tischtennisball unzählige Male zu prellen. Foto: Eva Korinth, akh

TITISEE-NEUSTADT. Manfred Kaiser leitet seit 30 Jahren die Tischtennisabteilung. Es ist damit der "Dienstälteste" im Turnverein Neustadt, wie er es selbst augenzwinkernd ausdrückt. Im Mai erst hat er sich erneut wählen lassen. Er ist einfach gerne im Tischtennis.

Ohne die Unterstützung seiner Vorstandskollegen wäre er nie so lange Abteilungsleiter geblieben, betont Kaiser. Sie hätten ihm immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Hier hebt er stellvertretend Karl Bosch und Otto Budjarek hervor. Beide waren auch viele Jahre seine Mannschaftskollegen an der Platte.

Spät sei er zum aktiven Tischtennissport gestoßen, erzählt Manfred Kaiser. 27 Jahre alt war er, als er 1977 eintrat und anfing Rundenspiele zu bestreiten. Tischtennis spielte er schon als Kind gerne, mit Freunden an der Wilhelm-Sutter-Straße oder im Freibad, im Winter durften sie in Garagen ihr Platte aufbauen. Über die Hobbymeisterschaften der Tischtennis-Abteilung kam er dann zum Wettkampfsport: Er wurde gefragt, ob er nicht Lust zum Mitmachen hätte. Seitdem ist er eine feste Größe, zuerst in der zweiten, dann in der ersten Mannschaft – bis heute. Zwei Mal in der Woche steht Training an, und von September bis März steht er fast jeden am Samstag an der Platte. Und immer noch macht es ihm Spaß: "Es ist einfach meine Sportart".

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Mittlerweile ist das Spiel durch Regeländerungen schneller und aufregender geworden. Statt früher auf 21 Punkte und zwei Gewinnsätze zu spielen, geht es heute um 11 Punkte je Satz auf drei Gewinnsätze. Anfangs war er nicht für die Änderung. Doch mittlerweile findet er sie auch gut. Das Spiel ist für die Zuschauer interessanter geworden und ein Spieler, der mit 0:2 zurückliegt, hat immer noch die Chance zu gewinnen.

Fünf Jahre nach seinen Eintritt wurde er zum Abteilungsleiter gewählt. Das war am 4. März 1982. Zuvor arbeitete er als Schriftführer im Vorstand mit – bis heute.

Gerne erinnert sich Manfred Kaiser an seine sportlichen Erfolge. In den 80er-Jahren gelang es ihm drei Mal, Vereinsmeister im Einzel zu werden, und sicher zehnmal wurde er mit seinem Bruder Martin, mit dem er auch in den Rundenwettkämpfen im Doppel an der Platte steht, Vereinsmeister im Doppel. Als seinen größten Erfolg wertet er aber seinen Sieg im Herren Einzel C beim bundesoffenen Tischtennisturnier. Dieses musste mittlerweile eingestellte werden, da der feste Termin am Buß- und Bettag durch Abschaffung dieses Feiertags wegfiel und seitdem die Teilnahme abnahm. Gute und bekannte Tischtennisspieler hatten diesen Wettkampf gerne genutzt.

Eingestellt hat die Abteilung mittlerweile auch die Hobbymeisterschaften. Dass die erste Mannschaft 1995 zur Mannschaft des Jahres gewählt wurde beim Abend des Sports, war auch ein Meilenstein des Erfolgs.

Kaiser hat bei der Mannschaftsaufstellung immer auf eigene Kräfte gesetzt. Fremde Spieler einzukaufen, um in höheren Ligen mitzuspielen, kam nie in Frage. So spielten und spielen die Neustädter in der Bezirksliga. Einzig eine Jungenmannschaft hat es bis in die Landesliga geschafft, sich aber nicht behaupten können. Derzeit sind zwei Jungenteams und zwei Schülermannschaften gemeldet. Wenn es geht, schaut Manfred Kaiser im Jugendtraining vorbei.

Im Juni 2009 wurde Kaiser vom Verband die goldene Verbandsehrennadel angeheftet, eine der höchsten Auszeichnungen. Beim Turnverein ist er schon lange Ehrenmitglied. Seit vielen Jahren wird Manfred Kaiser von der Bezirksversammlung ins Bezirksschiedsgericht gewählt.

Autor: Eva Korinth