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26. Juni 2012

Mit dem richtigen Dreh gegen Fußbeschwerden

Spiraldynamik ist einsetzbar bei Hallux valgus, Fersensporn und Fußfehlstellungen / Trainieren statt operieren heißt das Motto.

  1. Der richtige Dreh: Für die Körperkondition sind die Drehrichtungen entscheidend. Korrekte Rotationsrichtungen sorgen für gerade Beinachsen. Foto: Spiraldynamik

  2. Foto: PR / Spiraldynamik

Einmal um die Erde tragen sie uns im Laufe unseres Lebens, bis zu 1000 Tonnen Belastung müssen sie täglich standhalten. Erst wenn Schmerzen an der Tagesordnung sind und uns beim Gehen oder Sport behindern, besinnen wir uns, wie wichtig unsere Füße für unser Wohlbefinden sind. Das therapeutische Konzept Spiraldynamik verspricht Abhilfe.

Trainieren statt operieren, so heißt das Motto der Spiraldynamik. Einsetzbar ist das therapeutische Konzept bei Hallux valgus (Schiefstand der großen Zehe), Fersensporn und anderen Problemen beispielsweise mit der Achillessehne sowie Spreizfüßen. Spiraldynamik wird sowohl als Einzeltherapie als auch in Form von Gruppenkursen angeboten. Das Konzept umfasst die Schulung der eigenen Wahrnehmung ebenso wie Übungen für den Alltag.

Einen Tag lang dreht sich im Spiraldynamikkurs, veranstaltet vom Spiraldynamik-Med-Center in Basel, alles um Fuß, Knie und Bein. Am Anfang steht der anatomische Aufbau sowie die Funktionsweise des Fußes. Yvonne Romey aus Freiburg, Physiotherapeutin am Spiraldynamik-Med-Center in Basel, holt erstmal aus: etwa um vier Millionen Jahre. "Die stabile Verankerung des Großzehs, der sich im Verlauf der Evolutionsgeschichte aus dem Daumenzeh entwickelt hat, ist eine potenzielle Schwachstelle", erklärt Romey.

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Und hier liegt die Verbindung zu den Teilnehmern des Tageskurses. Denn die meisten plagt ein Schiefstand des großen Zehs, der sogenannte Hallux valgus. Ihr Großzeh befindet sich gewissermaßen auf Abwegen: Wird diese naturgegebene Verankerung instabil, knickt der Großzehenstrahl zur Fußaußenseite ab, die Großzehenspitze zeigt dabei nach innen und verdrängt oder überlagert die zweite Zehe. Als Folge kann das Gelenk zunehmend schmerzhafter und unbeweglicher werden, ein anatomisch korrektes Abrollen über den Großzeh wird unmöglich.

Silke Frey (Name von der Redaktion geändert) hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich: An beiden Füßen plagt sie ein ausgeprägter Hallux valgus, zusätzlich ist sie stark durch einen Fersensporn am rechten Fuß eingeschränkt. Gehen ist mit Mühe, Laufsport so gut wie gar nicht mehr möglich. Neben Einlagen oder Stoßwellentherapie bliebe gegen den Hallux valgus nur noch ein operativer Eingriff. Doch wäre damit nicht die Ursache beseitigt. Denn diese liegt aus Sicht der Spiraldynamik neben der Veranlagung auch im falschen Gebrauch der Füße.

Physiotherapeutin Romey schätzt an der Spiraldynamik vor allem ihren aktiven Ansatz: Der Einzelne kann selbst Einfluss auf seine Fußgesundheit nehmen. Vorausgesetzt er hat sich zuvor mit der Grundidee und den entsprechenden Übungen vertraut gemacht. Geübt werden kann jederzeit und überall, das Trainingsfeld ist der Alltag.

Spiralprinzip bestimmt alle Bewegungen im Körper

Als Ausgangspunkt dienen der Aufbau und die Funktionsweise unseres gesamten Bewegungsapparates, wobei den Füßen eine Schlüsselrolle zukommt. Alle Bewegungen folgten dabei dem Prinzip der innerlichen Drehung wie bei einer Spirale. Dabei braucht es auf beiden Seiten zwei Pole, die die Bewegung steuern. Beim Fuß ist es die Ferse, die nach außen dreht, der Vorfuß dreht nach innen. Die Ferse steht dabei senkrecht, der Großzeh liegt auf dem Boden auf.

"Nur wenn Vorfuß und Ferse sich verschrauben, steht der Fuß stabil", sagt Romey. Einknicken der Ferse nach innen oder ein zu niedriges oder hohes Fußgewölbe können ein Indiz für einseitige und ungünstige Belastungen sein, die unter Umständen Kettenreaktionen auslösen. Nach der anatomischen Einführung geht es an das eigene Anschauungsexemplar. Die Teilnehmer lernen, ihren Fuß wie ein Handtuch auszuwringen: Rechte Hand dreht die Ferse leicht nach außen, während die linke den Vorfuß nach innen dreht. Anfangs noch ungewohnt, aber nach ein paar Drehungen wirkt die Übung immer wohltuender für die gesamte Fußmuskulatur. Dann versuchen wir, die Verschraubung des Fußes ohne Unterstützung der Hände durchzuführen. Nicht allen gelingt es auf Anhieb, die Fußzehen gleichzeitig in die Gegenrichtung zu steuern. "Die Füße sind oft von unserer Wahrnehmung abgekoppelt", sagt Romey.

Wie treten wir auf? Rollen wir mit der Ferse ab? Was machen unsere Zehen dabei? Ziehen wir sie zusätzlich hoch oder entspannen wir sie? Beim bewussten Gehen spüren wir ungünstige Muster auf. Diese könnten sich nicht nur in den Füßen, so Romey, sondern auch in den Knien, der Hüfte bis hoch in den Nacken bemerkbar machen.

Spiraldynamik wurde vor 20 Jahren in der Schweiz entwickelt. An drei Spiraldynamik-Med-Centern in Basel, Zürich und Bern werden Patienten nach diesem Konzept betreut. In Freiburg und Region gibt es mehr als 30 Anbieter für Spiraldynamik. Auch Cordula Rublack, Physiotherapeutin und Leiterin der Freiburger Fußschule, setzt auf das Konzept. In ihren Kursen vermittelt sie das kleine Einmaleins einer gesunden Fußkoordination. Rublack: "Spiraldynamik schließt eine große Lücke zwischen Orthopädie und Physiotherapie."

Literatur zum Thema:

– Christian Larsen: "Gut zu Fuß ein Leben lang". Trias Verlag, Stuttgart 2007. 159 Seiten, 17,95 Euro.

– Christian Larsen: "Gesunde Füße schmerzfrei und beweglich". Trias Verlag, Stuttgart 2006, DVD und Begleitbuch, 64 Seiten, 29,95 Euro.

Infos: http://www.spiraldynamik.com

Autor: Sandra Megahed