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01. Juni 2011

Mit Freunden aus Le Croisic stimmt die Chemie

Delegation aus der französischen Partnerstadt beim offiziellen Empfang im Panoramasaal des Schlössle willkommen geheißen / Partnerschaft besteht seit 38 Jahren.

  1. Foto: Elisabeth Willers

  2. Die Gäste aus Le Croisic beim offiziellen Empfang am Montag im Laufenburger Schlössle Foto: Elisabeth Willers

  3. Foto: Elisabeth Willers

LAUFENBURG. 38 Jahre alt ist die Freundschaft mit Le Croisic, aber trotz des "gestandenen Alters" fühlt sie sich frisch und höchst lebendig an. Das war am Montagabend beim offiziellen Empfang der Delegation des Stadtrats der französischen Partnerstadt im Laufenburger Schlössle zu spüren. Auch wenn die Übersetzer alle Hände voll zu tun hatten, möglichst wortgetreu zu vermitteln, so war zwischen den Zeilen zu spüren: die Chemie stimmt. Und das ist bekanntlich die beste Voraussetzung für ein konstruktives Miteinander im Sinne des kulturellen Austausches.

Bereits am Sonntag war die siebenköpfige Delegation aus Le Croisic mit dem ersten Bürgermeister-Stellvertreter Gérard Le Cam in Laufenburg angekommen. Zieht man An- und Abreise ab, so sind die Frauen und Männer "netto" drei Tage in Laufenburg und Umgebung. Zeit zum Füßehochlegen haben sie kaum. Am Laufenburger Tag, am Montag, besuchten sie nach der Stadtführung die Zunftstube der Narro-Altfischerzunft, ließen sich mit dem Bus durch die Ortsteile chauffieren, legten immer wieder Stopps ein, um sich über Hintergründe und Pläne berichten zu lassen. Zum offiziellen Programmteil am Abend kamen sie prompt eine Dreiviertelstunde zu spät, verständlich, denn vor dem großen offiziellen Programmteil galt es ja noch, sich frisch zu machen.

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Bürgermeister Ulrich Krieger skizzierte in seinem Willkommensgruß kurz die gemeinsame Geschichte der beiden Städte Laufenburg und die intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Nadja Amann vom deutsch-französischen Freundeskreis Laufenburg/Le Croisic übersetzte, dass Grenzen in Laufenburg eigentlich keine Rolle spielen. Den französischen Gästen überreichte Krieger ein ganz besonderes Geschenk, eine Fasnachtsmaske der Narro-Altfischerzunft. Dabei handelt es sich um ein Original, handgeschnitzt von CDU-Stadtrat Peter Strittmatter. "Ich bin mir sich, dass Ihr in Le Croisic in Eurem schönen Rathaus einen würdigen Platz für die Maske finden werdet", wandte sich der Rathauschef an Gérard Le Cam. "Wir haben das Glück, ohne Kriege aufgewachsen zu sein", so Krieger weiter. Dieser Friede und die Freundschaft müssten auch in Zukunft beschützt werden. Damit sie für jedes Wetter "gut ausgerüstet" seien, übereichte Krieger allen Mitgliedern der französischen Delegation jeweils einen Regenschirm. Die Schirme mit Wappen und Schriftzug sind limitiert und werden nur an offizielle Vertreter der Stadt vergeben.

Gérard Le Cam verlas zunächst die Grüße von Bürgermeisterin Michèle Quellard, die nicht mitkommen konnte. Dieter Schwandt übersetzte die Botschaft Le Cams und flocht als versierter Kenner der französischen Partnerstadt einige Fakten mit ein. Zu erfahren war, dass Le Croisic mit 4200 Einwohnern deutlich kleiner ist als Laufenburg (8600 Einwohner), und Schwandt fiel auch auf, dass auf der von den Franzosen mitgebrachten Wappentafel der Löwe von Laufenburg eindeutig mit männlichen Attributen versehen ist. Bürgermeister-Stellvertreter Le Cam stellte die mitgereisten Stadträtinnen und Stadträte und ihre Funktionen vor. Anders als in Laufenburg sind in Le Croisic die Zuständigkeiten aufgeteilt von Jugend/Sport über soziale Angelegenheiten, Gemeindeaufgaben/Vereinsangelegenheiten bis hin zu den Finanzen. Obwohl die Partnerstadt kleiner ist, sitzen insgesamt 27 Frauen und Männer im Stadtrat. Auch Gérard Le Cam, der sich mehrfach an "Cher Ülrisch" (Lieber Ulrich) persönlich wandte, würdigte die Partnerschaft zwischen Deutschen und Franzosen als eine wichtige Zelle im Aufbau Europas.

Obligatorisch schloss sich den offiziellen Reden der Eintrag ins Goldene Buch von Laufenburg an. Nicht schlecht staunten die Laufenburger Stadträte, als sie dann als Gastgeschenk jeder eine Aktentasche mit Wappen von Le Croisic überreicht bekamen, ideal um darin die Unterlagen für kommende Gemeinderatssitzungen unterzubringen.

"Es ist schön zu wissen,

dass wir so einen aktiven

Freundeskreis haben."

Bürgermeister Ulrich Krieger
Ehe Gäste und Gastgeber beim gemeinsamen Abendessen an den festlich gedeckten Tischen zum gemütlichen Teil des Abends mit Schwarzwälder Speisenauswahl übergingen, dankte Bürgermeister Ulrich Krieger dem deutsch-französischen Freundeskreis, insbesondere dem Vorsitzenden Torsten Amann und seiner Frau Nadja, für die hervorragende Unterstützung im Vorfeld und auch während des Besuches. "Es ist schön zu wissen, dass wir so einen aktiven Freundeskreis haben", so der Rathauschef. Seine Anerkennung galt auch der Abordnung der Stadt- und Feuerwehrmusik Laufenburg, die den Abend musikalisch gestaltete.

Am Dienstag stand für die französischen Freunde eine Schwarzwaldrundfahrt auf dem Programm. Heute, Mittwoch, werden sie das Kraftwerk Laufenburg besichtigen. Zurück an den Atlantik fahren sie am Donnerstag.

Autor: Elisabeth Willers