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28. Januar 2011

Regio-Verkehrsverbund

Fahrgastbeirat kritisiert Service am Müllheimer Bahnhof

Der Müllheimer Bahnhof kommt in Sachen Service beim Fahrgastbeirat im Regio-Verkehrsverbund (RVF) nicht gut weg. Er gehört zu jenen Bahnhöfen, mit denen der Beirat unzufrieden ist, wie er jetzt in einer Stellungnahme zum jüngsten Fahrplanwechsel kund tat.

  1. Ein fehlender Fahrkartenautomat auf Gleis zwei ist nur einer von mehreren Kritikpunkten, die der Fahrgastbeirat am Müllheimer Bahnhof bemängelt. Foto: Gabriele Babeck-Reinsch

Am Bahnhof in Müllheim fehle einerseits ein zusätzlicher Fahrkartenautomat, andererseits sei die Besetzung des Reisezentrums "nicht dem Bedarf angepasst, sondern weiter ausgedünnt worden": durch die Mittagspause, die seltene Besetzung des zweiten Schalters und die Schließung an Samstagnachmittagen sowie sonn- und feiertags. Dass es auch kundenfreundlicher gehe, sagt der Sprecher der Fahrgasträte RVF-Gesamt und -Süd, Wolfgang Heinz, zeige das Beispiel des Reisezentrums in Landau: Nach der Wiedereröffnung sei es nun sogar an Wochenenden und Feiertagen besetzt.

Außerdem wird vom Fahrgastbeirat kritisiert, dass die Versorgung der Kunden mit Fahrplänen "sehr mangelhaft" sei. Wer in Müllheim den Münstertal-Fahrplan brauche, müsse sich diesen in Staufen oder Bad Krozingen holen. Und wer in Münstertal oder Bad Krozingen den Fahrplan von Badenweiler, Müllheim und Neuenburg suche, "reist dazu eigens nach Müllheim". Hinzu kämen "Zugverspätungen, die es auch nach dem Fahrplanwechsel in Fülle gibt". Viele Pannen zulasten der Fahrgäste gingen auf das schlechte Netz- und Notfallmanagement und auf Kommunikationsmängel zurück.

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Kritik gibt es auch an der Stadt Müllheim, da sie Tempo 30 in der Innenstadt eingeführt habe, ohne sich mit den Verkehrsunternehmen abzustimmen. Die Fahrpläne der Busse hätten erst zu ihrem Wechsel angepasst werden können, erklärt Heinz. Und weil die Zeit beim Umsteigen auf Busse und Bahnen ohnehin knapp bemessen sei, "ist die Anschlusssicherheit gewiss nicht besser geworden".

Im Gegensatz dazu erhält Neuenburg viel Lob. "Vorbildlich" sei dort die Abstimmung von Bussen und Bahnen. Ein einziger Wermutstropfen: dass die Steinenstädter mit dem Bus nach Müllheim fahren müssen, um zur Bahn zu kommen, obwohl Schliengen näher läge. "Aber ohne zusätzliche Kilometer und Fahrzeuge" sei die Anbindung nicht machbar.

Unzufrieden sind die Fahrgastvertreter auch mit dem Bus-Netz und den Bus-Unternehmen, zum Beispiel wegen der engen Anschlüsse an die Rheintalbahn und der teilweise unverständlichen Aushänge an den Haltestellen. Auch wird kritisiert, dass der Belchen-Wander-Fahrplan mit der Linie Müllheim-Badenweiler-Haldenhof noch nicht integriert und die Aufnahme des Abschnitts Wiedenereck-Belchenbahn in den RVF-Tarif noch nicht verwirklicht sei. Auch die Bemühungen des Beirats um eine kostenneutrale Optimierung der Müllheimer Ringlinien sowie die Einrichtung viel effizienterer Stichlinien, etwa zwischen Heitersheim, Ballrechten und Sulzburg, seien an den "dienstleistenden" Verkehrsunternehmen gescheitert. Das gute Vorbild hier: Die SBG, die Neuenburgs Stadtteil Grißheim an den Bahnhof in Heitersheim angebunden hat.

Ein spezielles Lob erhält aber auch die SWEG in Müllheim mit ihrem Chef Martin Behringer für die "raschen Reaktionen auf Anregungen und Beschwerden von Kunden und vom Fahrgastbeirat" – und dafür, dass die SWEG-Busfahrer mit dem Stellwerker der DB Regio im Funkkontakt stehen und durch diese Abstimmung für eine bessere Anschlusssicherheit sorgen können als die Fahrer anderer Busfirmen.

Autor: Andrea Drescher