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06. Mai 2011

Ein Film über Gärtnerinnen aus dem Hochschwarzwald

Vier Jahre lang haben zwei Filmemacher Frauen im Hochschwarzwald begleitet, um deren Passion und Philosophie aufzuspüren.

  1. Karl-Heinz Heilig Foto: privat

  2. Bauerngarten im Hochschwarzwald Foto: Karl-Heinz Heilig

TITISEE-NEUSTADT/BADENWEILER. Dokumentarfilme von Karl-Heinz Heilig und Ulla Haschen entstehen nicht nur auf ungewöhnliche Weise, sie werden auch auf besondere Art finanziert. Im Laufe der Jahre hat sich ein Netzwerk, das sich über Europa und sogar bis in die USA hinzieht, von Paten und Förderern gebildet, die diese auf den ersten Blick unspektakulären Geschichten mitfinanziert. So ist nun das sechste Werk entstanden, das am Samstag, 14. Mai, im Kurhaus in Badenweiler uraufgeführt wird: "Der Sommer im Winter", so der Titel, erzählt von vier hingebungsvollen Gärtnerinnen im Hochschwarzwald.

Üppige Bauerngärten ausgerechnet auf den Höhen des Schwarzwaldes, wo der Winter oft früh kommt und spät geht – das erfordert eine besondere Beharrlichkeit und Freude am Tun. Beides zeichnet die Frauen aus und ebenso die beiden Filmemacher. Vier Jahre lang haben Karl-Heinz Heilig und Ulla Haschen die Gärtnerinnen immer wieder aufgesucht, um ihre Geschichten zu hören und sie bei ihrer Arbeit zu erleben: Berta Feser in Titisee, Maria Schuler in Breitnau, Rosmarie Schmidt in Raich im Kleinen Wiesental und Gertrud Zapf in Furtwangen. "Wir haben uns begeistern lassen von ihrer Gartenkunst und waren uns nie sicher, ob sie über den Garten oder über das Leben nachdenken", sagen die Filmemacher. So ist eine faszinierende Bilderreise durch Jahreszeiten und ein Lebensdokument entstanden.

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Vor zwölf Jahren hat Karl-Heinz Heilig aus Oldenburg, zunächst allein, mit der anderen Art des Filmens begonnen. Bis dahin hatte er eine genauso lange Zeit Dokumentationen für den WDR gedreht. Ein alter Mann, der seine Verwirklichung mit einem Haus und Garten am Steilhang eines Flusses in der Schweiz gefunden hatte, bekräftigte Heilig darin, seinen eigenen Weg zu gehen. Er drehte seine Erste von inzwischen sechs Bilderreisen, die ganz behutsame Geschichten erzählen, von Menschen, die still und hingebungsvoll ihr Werk vollziehen. Heilig und Haschen sind "einer im Alltagsleben tief verankerten Spiritualität" auf der Spur und nennen die so entstandenen Werke "Der leise Film".

Die beiden scheuen keinen Aufwand und keine Zeit, sie beschäftigen sich so eingehend mit ihrem Thema und den Darstellern und Darstellerinnen, dass die Filmgeschichten sehr eindrücklich sind. Solche Filme haben nicht das große Publikum und deshalb weder Fernsehanstalten für die Ausstrahlung noch den Genuss einer Filmförderung. Aber "die Kreise werden weiter" – mit einer wachsenden Fangemeinde durch Mundpropaganda. Als vor wenigen Wochen in der Lipburg der Film "La Casa delle Favole" gezeigt wurde, hat die Dorfscheune fast das Publikum nicht fassen können.

Dank des engen Kontaktes zur Helmers "Freien Schule für künstlerisches Gestalten" ist die Region beim "Leisen Film" stets auf dem Laufenden und das Kurhaus in Badenweiler nun am Samstag, 14. Mai, Ort der Uraufführung für das neueste Werk "Sommer im Winter" mit dem Untertitel "Dort, wo Lebenskunst und Gartenkunst einander berühren". Die Hauptdarstellerinnen sind anwesend. Zu ihren Bauerngärten sieht das Rahmenprogramm am Sonntag, 15. Mai, eine – bereits ausgebuchte – Reise vor.

Weitere Informationen unter http://www.heilig-film.de

Autor: Gabriele Babeck-Reinsch