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20. April 2010 18:24 Uhr
Flüchtlingswelle
Freiburg blitzt in Stuttgart ab
Seit Anfang 2010 sind in Freiburg mehr Roma aus dem Kosovo angekommen, als in beiden Vorjahren zusammen. Schon jetzt ist Freiburg überfordert – erst recht, wenn sich der Zustrom in ähnlicher Höhe fortsetzt. Von Stuttgart kann Freiburg keine Hilfe erwarten.
Im Kosovo werden die Roma nach wie vor unterdrückt und benachteiligt – das ist auch ein Versagen der europäischen Politik. Mafiöse Schleuserbanden finden auch deswegen nach wie vor genug Ausreisewillige, die sie gegen gute Bezahlung ins EU-Ausland bringen können. Neue Reisegesetze mit der weggefallene Visumspflicht erleichtern seit Anfang des Jahres das Geschäft. Die Zahl der Roma, die in den Südwesten Deutschlands kommen, ist im Prinzip gar nicht hoch – es gibt nur ein Problem: Fast alle der Flüchtenden wollen nach Freiburg.
In den ersten vier Monaten 2010 sind in Freiburg mehr Roma aus dem Kosovo angekommen, als in beiden Vorjahren zusammen. Schon jetzt ist Freiburg überfordert – und dies erst recht, wenn sich der Zustrom in ähnlicher Höhe fortsetzt. Da ist es fast schon hämisch, wenn die Landesregierung auf die Gemeinderats-Resolution von 2006 verweist nach dem Motto: Selbst schuld, Freiburg.
Richtig bizarr wird die Debatte erst, wenn man weiß, dass in Freiburg die Flüchtlingsheime übervoll sind, entsprechende Kapazitäten in Gemeinden im Speckgürtel nur wenige Meter jenseits der Stadtgrenze leer stehen. Aber nicht nur das Land, auch die Nachbarkreise gehen wie der Städtetag sicherheitshalber auf Tauchstation. Die betroffenen Menschen und die Stadt sitzen da mit einem Problem, das beide nicht verursacht haben. Teil eins der Lösung liegt in einer anderen Kosovopolitik auf europäischer Ebene. Teil zwei ist noch dringender und da braucht Freiburg schnell die Hilfe vom Land und der Region.
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- Freiburg: Bedrückendes Leben in Containern
- Flüchtlingsunterkunft: Bedrückendes Leben im Container
Autor: Joachim Röderer
