Deutschland hilft Tunesien bei der Ausbildung

kna

Von kna

Fr, 12. Oktober 2018

Ausland

Vereinbarungen unterzeichnet.

TUNIS (dpa). Mit einer umfassenden Ausbildungsinitiative will Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Situation von jungen Menschen in Tunesien verbessern. Allein in der Autoindustrie sollen bis zu 7500 neue Jobs entstehen, sagte Müller bei einem Besuch in der Hauptstadt Tunis. "Wir investieren in die Zukunft der tunesischen Jugend." Am Mittwochabend unterschrieb Müller sieben Vereinbarungen mit deutschen Firmen in dem nordafrikanischen Land. Unter anderem sollen damit auch tunesischen Rückkehrern aus Deutschland Perspektiven in ihrer Heimat gegeben werden.

Als einer von drei sogenannten Reformpartnern auf dem afrikanischen Kontinent soll Tunesien vor allem bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze und dem Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen unterstützt werden. Nach Angaben des Ministers haben deutsche Entwicklungsprojekte und Kredite derzeit ein Volumen von 1,7 Milliarden Euro.

Tunesien gilt als Hoffnungsträger

"Tunesien ist ein Hoffnungsträger in Nordafrika", sagte Müller. "Aber noch kommt die Wirtschaft nicht richtig in Schwung." Fast jeder dritte junge Mensch ist arbeitslos. Tunesien könne Modellpartner für die deutsche Wirtschaft werden, sagte Müller. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen in dem Land könne er sich zudem eine geleitete Zuwanderung von Fachkräften für eine bestimmte Zeit vorstellen. Zudem solle auch der Austausch bereits im Jugendbereich verbessert werden. In Tunesien gibt es 260 Unternehmen mit deutscher Beteiligung, die etwa 62 000 Mitarbeiter beschäftigen. Oft gilt Tunesien als "verlängerte Werkbank" Europas mit niedrigen Löhnen und Jobs insbesondere für gering Qualifizierte.

Insgesamt unterzeichnete der Minister sieben Absichtserklärungen und Kooperationsvereinbarungen. Auch im Bereich Tourismus soll es künftig eine engere Kooperation zwischen dem deutschen und dem tunesischen Tourismusverband geben. Tunesien hat nach dem sogenannten Arabischen Frühling als einziges Land der Region einen demokratischen Wandel eingeleitet.