HINTERGRUND

no, dpa

Von Peter Nonnenmacher & dpa

Mi, 14. März 2018

Ausland

London fordert scharfe Reaktion

Wegen des Giftanschlags rüstet Premierministerin Theresa May zur diplomatischen Konfrontation mit Moskau und zu neuen Sanktionen gegen Russland – ist sich aber nicht sicher, welche Maßnahmen Wirkung zeigen. Inzwischen erhält sie Unterstützung aus den USA und der EU. US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, Russland müsse unzweideutige Antworten auf die offene Fragen geben, wie die in Russland entwickelte chemische Waffe in Großbritannien habe eingesetzt werden können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. In einem Telefonat mit May betonte sie laut Regierungssprecher Steffen Seibert, sie nehme die Einschätzung der britischen Regierung zur Frage einer russischen Verantwortung für den Anschlag "außerordentlich ernst". London denkt nun als Reaktion auf den Anschlag nicht nur an eine umfassende Ausweisung russischer Diplomaten, sondern auch an weitere Beschlagnahmungen russischer Gelder oder Immobilien auf der Insel. Auch weitere Visaeinschränkungen und Einreiseverbote sind geplant. Die britische Medienaufsichtsbehörde teilte dem in London operierenden russischen Sender RT mit, man erwäge, ihm die Lizenz zu entziehen. Die rechtskonservative Daily Mail drängte darauf, dass das englische Team die Fußball-WM diesen Sommer in Russland boykottiert, sollten Deutschland und andere Europäer mitmachen. Auch Außenminister Boris Johnson hatte zunächst damit gedroht. Später war nur noch die Rede von einem Reiseverzicht Prinz Williams und der offiziellen Begleiter des Teams.